Pessachim — Blatt 65a
1Woher dies vom Brandopfer selbst? – Die Schrift sagt:auf den Grund des Brandopferaltars, demnach benötigt das Brandopfer des Altargrundes.
2KAM DIE ERSTE GRUPPE HERAUS &C. ES wird gelehrt: Die [letzte] wurde träge Gruppe genannt. – Was konnte sie dafür, es ist ja nicht anders möglich!? –
3Sie sollten sich dennoch beeilen. Wie gelehrt wird: Rabbi sagte: Die Welt kann weder ohne Parfumeure noch ohne Gerber bestehen; wohl dem aber, dessen Beruf die Parfumerie ist, und wehe dem, dessen Beruf die Gerberei ist. Die Welt kann auch weder ohne Männer noch ohne Weiber bestehen; wohl dem aber, dessen Kinder männlich sind, und wehe dem, dessen Kinder weiblich sind.
4WIE AM WOCHENTAGE &C. Gegen wessen Willen? R. Ḥisda erwiderte: Gegen den Willen R. Elie͑zers, denn nach den Rabbanan könnte dies ja nur des Feierns wegen [verboten sein], und im Tempel ist nichts des Feierns wegen [verboten]. –
5Welches Bewenden hat es damit? – Es wird gelehrt: Wer am Šabbath versehentlich milkt, buttert, im Quantum einer Dörrfeige käst, fegt, sprengt oder eine Honigscheibe aus der Wabe nimmt, ist ein Sündopfer schuldig; wenn vorsätzlich am Feste, so erhält er die vierzig [Geißelhiebe] – so R. Elie͑zer.
6Die Weisen sagen, an diesem und jenem sei es nur des Feierns wegen verboten.
7R. Aši sagte: Du kannst auch sagen, gegen den Willen der Weisen, und zwar nach R. Nathan, denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte, Nötiges haben sie [im Tempel] trotz der Feier erlaubt. Unnötiges haben sie nicht erlaubt.
8R. JEHUDA SAGTE: MAN FÜLLTE EINEN BECHER &C. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Man füllte einen Becher vom vermischten Blute, damit, wenn das Blut eines von ihnen ausgeschüttet worden ist, dieser es tauglich mache.
9Sie sprachen zu. R. Jehuda: Esist ja nicht mit in das Gefäß aufgenommen worden!? – Woher wissen sie dies? – Vielmehr sprachen sie zu ihm wie folgt: Vielleicht ist es nicht mit in das Gefäß aufgenommen worden!? Dieser erwiderte: Ich spreche auch nur von dem Falle, wenn es in das Gefäß aufgenommen worden ist. –
10Woher wissen sie dies!? Priester sind hurtig. – Wieso kann es, wenn sie hurtig sind, ausgeschüttet werden!? – Gerade durch ihre Hurtigkeit kann es vorkommen, daß es ausgeschüttet wird. –
11Das nachfließende Blutist ja aber beigemischt!? – R. Jehuda vertritt seine Ansicht, daß nämlich das nachfließende Blut richtiges Blut sei. Es wird nämlich gelehrt: [Der Genuß] des nachfliessenden Blutes ist nur mit einer Verwarnungbelegt; R. Jehuda sagt, mit der Ausrottung. –
12R. Elea͑zar sagte ja aber, R. Jehuda pflichte hinsichtlich der Sühne bei, daß solches keine Sühne schaffe, denn es heißt:denn das Blut sühnt mit dem Leben,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.