Rosch haSchana — Blatt 23b
1Das ist Biram. –
2Welches heißt Diasporagebiet? R. Joseph erwiderte: Pumbeditha. – Wieso wie eine Feuerflamme? – Es wird gelehrt: Jeder nahm eine Fackel in die Hand und stieg auf das Dach.
3Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Auch in Ḥarim, Kajar, Gader und ihrer Umgegend. Manche sagen, diese lagen zwischen jenen, und manche sagen, diese lagen an der anderen Seite Palästinas. Einer nennt [die Ortschaften der] einen Seite, und einer nennt die der anderen Seite.
4R. Joḥanan sagte: [Die Entfernung] zwischen dem einen und dem anderen [Orte] betrug acht Parasangen. – Das sind demnach zweiunddreißig, und jetzt sind es ja bedeutend mehr!? Abajje erwiderte: Die Wege sind jetzt versperrt,
5denn es heißt: ich will deine Wege mit Dornen verlegen. R. Naḥman b. Jiçḥaq entnimmt dies aus Folgendem: er zerstörte meine Pfade.
6IN JERUŠALEM WAR EIN GROSSER HOF, DER BETH JA͑ZEQ GENANNT WURDE, WO DIE ZEUGEN SICH VERSAMMELTEN UND VOM GERICHTE VERHÖRT WURDEN. DA WURDEN IHNEN GROSSE MAHLZEITEN BEREITET, DAMIT SIE ZU KOMMEN ANGEREGT WERDEN.
7VORMALS DURFTEN SIE SICH VON DORT DEN GANZEN TAG NICHT ENTFERNEN, SPÄTER ABER ORDNETE R. GAMLIÉL der ÄLTERE AN, DASS SIE ZWEITAUSEND ELLEN NACH JEDER RICHTUNG [GEHEN] DÜRFEN.
8UND DIES GILT NICHT NUR VON DIESEN ALLEIN, SONDERN AUCH DIE WEISE FRAU, DIE GEBURTSHILFE LEISTEN KOMMT, ODER WER BEI EINER FEUERSBRUNST, EINEM RÄUBERISCHEN ÜBERFALL, EINER [ÜBERSCHWEMMUNG] DES FLUSSES ODER EINEM EINSTURZ HILFE LEISTEN KOMMT, SIE ALLE HABEN GLEICH DEN ÜBRIGEN BEWOHNERN DES ORTES ZWEITAUSEND ELLEN NACH JEDER RICHTUNG.
9GEMARA. Sie fragten: Heißt es Beth Ja͑zeq oder Beth Jazeq? Beth Ja͑zeq bedeutet Freudiges, denn es heißt: er behackte [vajaa͑zqehu] und entsteinigte ihn; Beth Jazeq dagegen bedeutet Trauriges, denn es heißt: er war in Ketten gefesselt [baaziqim].
10Abajje erwiderte: Komm und höre: Da wurden für sie große Mahlzeiten bereitet, damit sie zu kommen angeregt werden. – Da war vielleicht beides.
11WIE VERHÖRT MAN DEN ZEUGEN? DAS PAAR, DAS ZUERST KOMMT, VERHÖRT MAN ZUERST. MAN LÄSST DEN GRÖSSEREN EINTRETEN UND SPRICHT ZU IHM: ERZÄHLE, WIE HAST DU DEN MOND GESEHEN? VOR DER SONNE ODER HINTER DER SONNE? NÖRDLICH VON IHR ODER SÜDLICH? WIE HOCH WAR ER? NACH WELCHER RICHTUNG NEIGTE ER? WIE BREIT WAR ER? SAGT ER: VOR DER SONNE, SO IST SEINE AUSSAGE NICHTIG.
12HIERAUF LÄSST MAN DEN ZWEITEN EINTRETEN UND VERHÖRT IHN. ERGIBT ES SICH, DASS IHRE AUSSAGEN ÜBEREINSTIMMEN, SO IST IHR ZEUGNIS GÜLTIG, UND DIE ÜBRIGEN PAARE BEFRAGT MAN NUR OBERFLÄCHLICH; NICHT ETWA, WEIL MAN IHRER BRAUCHT, SONDERN NUR, DAMIT SIE NICHT MISSMUTIG FORTGEHEN, UND DAMIT SIE ZU KOMMEN ANGEREGT WERDEN.
13GEMARA. Vor der Sonne ist ja dasselbe, was nördlich, und hinter der Sonne ist ja dasselbe, was südlich!? Abajje erwiderte: Ob die Schattenseite [des Mondes] zur Sonne oder von der Sonne gewendet war; sagt er: zur Sonne, so ist seine Aussage nichtig.
14R.Joḥanan sagte nämlich: Es heißt: sein ist die Herrschermacht und die Majestät, er stiftet Frieden in seinen Höhen; noch nie hat die Sonne die Schattenseite des Mondes gesehen, noch die Schattenseite des Regenbogens. Nicht die Schattenseite des Mondes, damit er nicht entmutigt werde; nicht die Schattenseite des Regenbogens, damit die Sonnenanbeter nicht sagen,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.