Rosch haSchana — Blatt 24a
1sie werfe Pfeile.
2WIE HOCH WAR ER? NACH WELCHER RICHTUNG NEIGTE &C. Das eine lehrt, wenn nördlich, sei seine Aussage gültig, und wenn südlich, sei seine Aussage nichtig, und ein Anderes lehrt entgegengesetzt: wenn südlich, sei seine Aussage gültig, und wenn nördlich, sei seine Aussage nichtig!? –
3Das ist kein Widerspruch; das eine im Sommer und das andere in der Regenzeit.
4Die Rabbanan lehrten: Wenn einer sagt, er war zwei Ochsenstecken hoch, und einer sagt, drei, so ist. ihr Zeugnis gültig; wenn, einer sagt, drei, und einer sagt, fünf, so ist ihr Zeugnis ungültig; wohl aber wird [die Aussage des einen] mit der eines anderen vereinigt.
5Die Rabbanan lehrten: [Sagen sie], sie haben ihn im Wasser gesehen, in einem Glasgefäße oder durch die Wolken, so ist dies keine Bekundung; wenn zur Hälfte im Wasser, zur Hälfte durch die Wolken oder zur Hälfte in einem Glasgefäße, so ist dies keine Bekundung. –
6Wozu ist dies von der Hälfte nötig, wenn du dies sogar vom ganzen sagst!? – Er meint es vielmehr wie folgt: zur Hälfte im Wasser und zur Hälfte am Himmel, zur Hälfte durch die Wolken und zur Hälfte am Himmel, oder zur Hälfte in einem Glasgefäße und zur Hälfte am Himmel, so ist dies keine Bekundung.
7Die Rabbanan lehrten: [Sagen sie], sie haben ihn gesehen und dann nicht mehr, so ist dies keine Bekundung. – Sie können ihn ja gesehen haben und fortgegangen sein!?
8Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: wir hatten ihn zufällig gesehen, und als wir ihn zu sehen wünschten, sahen wir ihn nicht mehr, so ist dies keine Bekundung. – Aus welchem Grunde? Sie haben wahrscheinlich nur eine helle Wolkenkugel gesehen.
9DER GERICHTSPRÄSIDENT SPRICHT: GEWEIHT, UND DAS GANZE VOLK SPRICHT IHM NACH: GEWEIHT, GEWEIHT. MAN WEIHE IHN, EINERLEI OB ER ZUR ZEIT SICHTBAR WAR ODER ZUR ZEIT NICHT SICHTBAR WAR.
10R. ELEA͑ZAR B. ÇADOQ sagt, WAR ER ZUR ZEIT NICHT SICHTBAR, SO WEIHE MAN IHN NICHT, DA MAN IHN BEREITS IM HIMMEL GEWEIHT HAT.
11GEMARA. DER GERICHTSPRÄSIDENT &C. Woher dies? R. Ḥija b. Gamda erwiderte im Namen des R. Jose b. Šaúl im Namen Rabbis: Die Schrift sagt: Moše verkündete die Feste des Herrn; hieraus, daß der Gerichtspräsident sagen muß: Geweiht.
12UND DAS GANZE VOLK SPRICHT IHM NACH: GEWEIHT, GEWEIHT. Woher dies? R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt: die ihr zu verkünden habt, und man lese atem [ihr] statt otham [die]. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Hieraus: diese sind meine Feste; sie müssen sagen: meine Feste. –
13Wozu zweimal: geweiht, geweiht? – Es heißt: heilige Verkündungen.
14R. ELEA͑ZAR B.ÇADOQ SAGT, WAR ER ZUR ZEIT NICHT SICHTBAR, SO WEIHE MAN IHN NICHT. Es wird gelehrt: Pelemo sagte, wenn zur Zeit, brauche man ihn nicht zu weihen, wenn nicht zur Zeit, müsse man ihn weihen;
15R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, ob so oder so brauche man ihn nicht zu weihen, denn es heißt: ihr sollt das fünfzigste Jahr weihen, du hast das Jahr zu weihen, nicht aber sind die Monate zu weihen. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Elea͑zar b. Çadoq.
16Abajje sprach: Auch wir haben es gelernt: Wenn das Gericht und ganz Jisraél ihn gesehen haben und die Zeugen auch vernommen worden sind, aber bevor es noch ‘Geweiht’ auszusprechen kam, es dunkel ward, so ist es ein Schaltmonat. Nur ein Schaltmonat, geweiht aber nicht. –
17Daß er ein Schaltmonat ist, muß besonders gelehrt werden; man könnte glauben, da das Gericht und ganz Jisraél ihn gesehen haben, sei es bekannt, und man mache ihn nicht zum Schaltmonat, so lehrt er uns.
18R. GAMLIÉL HATTE IN SEINEM SÖLLER ABBILDUNGEN VON MONDFIGUREN AUF EINER TAFEL (UND) AN DER WAND; DIESE ZEIGTE ER DEN UNKUNDIGEN, INDEM ER SPRACH: HAST DU IHN SO GESEHEN? ODER SO?
19GEMARA. Ist dies denn erlaubt, es heißt ja: ihr sollt neben mir nicht fertigen, ihr dürft keine Abbildungen meiner Dienstlinge anfertigen!?
20Abajje erwiderte: Die Tora hat nur [die Abbildung von] Dienstlingen verboten, wie man solche anfertigen kann. Es wird nämlich gelehrt: Man darf nicht ein Haus in der Form des Tempels bauen, eine Vorhalle in der Form der Tempelhalle, einen Hof in der Form des Tempelhofes, einen Tisch in der Form des Tisches, einen Leuchter in der Form des Leuchters. Einen solchen darf man
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.