Sanhedrin — Blatt 80a
1Wieso wird demnach hierzu gelehrt: R. Jose sagte, selbst wenn mein Vater Ḥalaphta unter ihnen ist!?
2Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: wenn zwei stehen und ein Pfeil aus ihrer Mitte abgeschossen wird, der jemand tötet, so sind beide straffrei, und hierzu sagte R. Jose, selbst wenn mein Vater Ḥalaphta unter ihnen ist.
3Wenn aber ein abgeurteilter Ochs sich mit anderen Ochsen vermischt hat, so werden sie alle gesteinigt; R. Jehuda sagt, man sperre sie in einen Kerker.
4Es wird auch gelehrt: Wenn eine Kuh jemand getötet hat und nachher ein Junges geworfen hat, so ist das Junge, wenn sie es vor ihrer Aburteilung geworfen hat, erlaubt, und wenn sie es nach ihrer Aburteilung geworfen hat, verboten. Hat es sich mit anderen und die anderen mit anderen vermischt, so sperre man sie alle in einen Kerker; R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, man bringe sie aufs Gericht und steinige sie.
5Der Meister sagte: So ist das Junge, wenn sie es vor ihrer Aburteilung geworfen bat, erlaubt. Obgleich sie beim Stoßen bereits trächtig war, dagegen sagte ja aber Raba, das Junge [einer Kuh], die gestoßen hat, sei verboten, weil sie zusammen mit dem Jungen gestoßen hat, und das Junge [einer Kuh], mit der Bestialität getrieben worden ist, sei verboten, weil die Bestialität mit ihr und ihrem Jungen getrieben worden ist!? –
6Lies: so ist das Junge, wenn sie vor ihrer Aburteilung trächtig war, erlaubt, und wenn sie nach ihrer Aburteilung trächtig wurde, verboten. –
7Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, wenn zwei die Veranlassung geben, sei es verboten,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.