Schabbat — Blatt 13b

1und viel Umgang mit Schriftgelehrten gepflegt hat, in der Hälfte seines Lebensalters gestorben!? Es war aber niemand, der ihr erwidern konnte. Als ich einst bei ihr weilte und sie mir die ganze Begebenheit erzählte, fragte ich sie: Meine Tochter, wie hat er sich zu dir während der Tage deiner Menstruation benommen? Sie erwiderte: Behüte und bewahre, er hat mich nicht einmal mit dem kleinen Finger berührt. – Wie hat er sich zu dir während der Tage deiner weißen [Kleidung] benommen? – Er aß mit mir, trank mit mir und schlief mit mir bei Berührung des Leibes, doch kam ihm jene Sache nicht in den Sinn. Darauf sprach ich zu ihr: Gepriesen sei Gott, der ihn getötet hat, weil er die Tora nicht hoch geachtet hat, denn die Tora sagt: du sollst einem Weibe während ihrer Unreinheit nicht nahen. Als R. Dimi kam, erzählte er: Es war nur in einem Bette. Im Westen sagten sie, R. Jiçḥaq b. Joseph habe erzählt, eine Schürze trennte zwischen ihm und ihr.

2UND DIESE GEHÖREN ZU DEN HALAKHOTH, DIE MAN IM SÖLLER DES ḤANANJA [B. ḤIZQIJA] B. GARON FESTGESETZT HAT, ALS SIE IHN BESUCHTEN. SIE STIMMTEN AB, UND DIE SCHULE ŠAMMAJS WAR ZAHLREICHER ALS DIE SCHULE HILLELS. ACHTZEHN VERORDNUNGEN WURDEN AN DIESEM TAGE GETROFFEN.

3GEMARA. Abajje sprach zu R. Joseph: Heißt es ‘diese’ oder ‘und diese’? Heißt es ‘und diese’, so sind die vorher genannten gemeint, heißt es ‘diese’, so sind die weiter folgenden gemeint. – Komm und höre: Man darf nicht die Kleider von Ungeziefer vor einer Lampe reinigen, noch vor einer Lampe lesen. Und diese gehören zu den Halakhoth, die man im Söller des Ḥananja b. Ḥizqija b. Garon festgesetzt hat. Schließe hieraus, daß es ‘und diese’ heißt. Schließe hieraus.

4Die Rabbanan lehrten: Wer hat die ‘Fastenrolle’ geschrieben? – Man sagt, Ḥananja [b. Ḥizqija] und sein Kollegium, weil ihnen [die Erinnerung an] die Drangsale lieb war.

5R. Šimo͑n b. Gamliél sprach: Auch uns ist [die Erinnerung an] die Drangsale lieb; was sollen wir aber tun, wollten wir sie aufzeichnen, so würden wir dies nicht vermögen.

6Eine andere Erklärung: Der Blöde wird nicht geplagt.

7Eine andere Erklärung: Das Fleisch des Toten spürt das Messer nicht. – Dem ist ja aber nicht so, R. Jiçḥaq sagte ja, das Gewürm sei für den Toten so schmerzhaft, wie eine Nadel im Fleische eines Lebenden, denn es heißt: weil er das Fleisch an sich trägt, muß er Schmerzen haben, und weil seine Seele noch bei ihm ist, muß er Leid tragen!? – Sage: das abgestorbene Fleisch des Lebenden spürt das Messer nicht.

8R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wahrlich, jener Mann sei zum Guten gedacht, nämlich Ḥananja b. Ḥizqija; wenn nicht er, wäre das Buch Jeḥezqel versteckt worden, weil seine Worte den Worten der Tora widersprechen. Was tat er? Er begab sich in den Söller, wo man ihm dreihundert Krüge Öl brachte, und erklärte sie.

9ACHTZEHN VERORDNUNGEN WURDEN GETROFFEN. Welche sind diese achtzehn Verordnungen? Wir haben gelernt: Folgendes macht die Hebe unbrauchbar. Wer eine erstgradig unreine Speise ißt; wer eine zweitgradig unreine Speise ißt; wer unreine Getränke trinkt; wer den Kopf und den größten Teil des Körpers in geschöpftes Wasser untergetaucht hat; der Reine, dem man auf den Kopf und den größeren Teil des Körpers drei Log geschöpftes Wasser gegossen hat; ein Buch [aus der heiligen Schrift; ungewaschene] Hände; wer am selben Tage ein Tauchbad genommen hat; durch Flüssigkeit unrein gewordene Speisen und Gefäße. –

10Wer lehrt, daß der, der erstgradig unreine oder zweitgradig unreine Speisen ißt, [die Hebe] wohl unbrauchbar mache,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.