Schabbat — Blatt 26b

1R. Šimo͑n b. Elea͑zar und der Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls lehrte eines und dasselbe. – R. Šimo͑n b. Elea͑zar [lehrte] das, was wir bereits gesagt haben; was der Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Da in der Tora von den Kleidern allgemein gesprochen wird, an einer Stelle aber Wolle und Flachs ausdrücklich genannt werden, so sind, wie an dieser Stelle Wolle und Flachs, auch überall [Kleider aus] Wolle und Flachs gemeint.

2Raba sagte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob jeder andere Kleiderstoff von drei zu drei [Handbreiten verunreinigungsfähig ist]; nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist er es, nach dem Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls ist er es nicht. –

3Alle stimmen also überein, daß [Kleiderstoff] aus Wolle und Flachs von drei zu drei [Fingerbreiten] durch Aussatz verunreinigungsfähig sei; woher dies? – Es wird gelehrt: Gewand; ich weiß nur von einem Gewande, woher dies [von Kleiderstoff] von drei zu drei [Fingerbreiten]? Es heißt: und das Gewand. – Vielleicht schließt dies nur [die Größe] drei zu drei [Handbreiten] ein!? –

4Bezüglich dieser ist es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn [ein Gewebe von nur einem] Aufzug- und Einschlagfaden verunreinigungsfähig ist, um wieviel mehr [Kleiderstoff von] drei zu drei [Handbreiten]. – Demnach ist es ja auch bezüglich eines von drei zu drei [Fingerbreiten durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern!? – Vielmehr, bezüglich eines von drei zu drei [Handbreiten], der für Reiche und Arme brauchbar ist, ist es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, bezüglich eines von drei zu drei [Fingerbreiten] aber, der nur für Arme und nicht für Reiche brauchbar ist, ist es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere nicht zu folgern. Daher nur, weil die Schrift es einbegriffen hat, hätte die Schrift es nicht einbegriffen, so würden wir es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere nicht gefolgert haben. –

5Vielleicht schließt dies drei zu drei [Handbreiten] auch anderer Kleiderstoffe ein!? – Die Schrift sagt: ein Gewand aus Wolle oder Flachs, nur Wolle und Flachs, anderes aber nicht. – Vielleicht sind [andere Kleiderstoffe nur in der Größe von] drei zu drei [Fingerbreiten] ausgeschlossen, von drei zu drei [Handbreiten] aber sind sie verunreinigungsfähig!? – Es sind zwei Ausschließungen vorhanden: An einem wollenen Gewande oder an einem linnenen Gewande, eines schließt drei zu drei [Fingerbreiten] und eines schließt drei zu drei [Handbreiten] aus. –

6Woher weiß dies nach Raba, welcher sagt, zwischen ihnen bestehe ein Unterschied, ob jeder andere Kleiderstoff von drei zu drei [Handbreiten verunreinigungsfähig ist], nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar sei er es, und nach dem Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls sei er es nicht, [der erstere] von anderen Kleiderstoffen [in der Größe von] drei zu drei [Handbreiten]? –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.