Schabbat — Blatt 39a
1Was schon vor Šabbath in warmes [Wasser] gelegt worden ist, darf man am Šabbath in warmes [Wasser] einweichen, und was nicht vor Šabbath in warmes [Wasser] gelegt worden ist, darf man am Šabbath mit warmem [Wasser] abspülen, außer einen alten Salzfisch oder einen spanischen Thunfisch, weil bei diesen das Abspülen die Vollendung ihrer Zubereitung ist. Schließe hieraus.
2AUCH NICHT AUF [WARME] TÜCHER ZERSCHLAGEN. Demnach vertritt die Lehre, man dürfe Geköch in eine Grube setzen, damit es sich halte, ebenso gutes Wasser in schlechtes, damit es kalt bleibe, desgleichen kaltes vor die Sonne, damit es warm werde, die Ansicht R. Joses und nicht die der Rabbanan!?
3R. Naḥman erwiderte: Vor der Sonne ist es nach aller Ansicht [zu wärmen] erlaubt, desgleichen ist es nach aller Ansicht beim Erzeugnisse des Feuers verboten; ihr Streit besteht nur bezüglich des Erzeugnisses der Sonne; nach der einen Ansicht ist es beim Erzeugnisse der Sonne mit Rücksicht auf das Erzeugnis des Feuers verboten, und nach der anderen Ansicht berücksichtige man dies nicht.
4FERNER DARF MAN ES NICHT IN [HEISSEN] SAND EINSCHARREN. R. Jose sollte doch auch bezüglich dieses Falles streiten!? – Rabba erklärte, es sei eine Vorsichtsmaßnahme, weil man es auch in heiße Asche einscharren könnte. R. Joseph erklärte, weil man die Erde aufwühlt. — Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei lockerer Erde.
5Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Man darf ein Ei auf einem heißen Dache gerinnen lassen, nicht aber darf man ein Ei auf brennendem Kalk gerinnen lassen. Allerdings ist nach dem, der erklärt, es sei eine Vorsichtsmaßnahme, weil man es in heiße Asche einscharren könnte, hierbei nichts zu berücksichtigen, nach dem aber, der erklärt, weil man Erde aufwühlt, sollte man dies auch auf einem Dache berücksichtigen!? — Gewöhnlich befindet sich auf einem Dache keine Erde. —
6Komm und höre: Einst zogen die Leute von Ṭiberjas ein Rohr für kaltes Wasser durch einen heißen Kanal &c. Einleuchtend ist dies nach dem, der erklärt, weil man es in heiße Asche einscharren könnte, denn dies gleicht dem Einscharren; wie ist dies aber nach dem zu begründen, der erklärt, weil man Erde aufwühlt!? —
7Glaubst du wohl, das Ereignis mit den Leuten von Ṭiberjas beziehe sich auf den Schlußsatz; es bezieht sich auf den Anfangssatz: auch nicht auf [warme] Tücher zerschlagen; R. Jose erlaubt dies. Die Rabbanan sprachen zu R. Jose wie folgt: Beim Ereignisse mit den Leuten von Ṭiberjas war es ja nur ein Erzeugnis der Sonne, dennoch verboten es die Rabbanan. Darauf erwiderte dieser: Diese sind ebenfalls ein Erzeugnis des Feuers, denn sie fließen an den Pforten des Fegefeuers vorüber.
8R. Ḥisda sagte:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.