Schabbat — Blatt 42a

1ist erlaubt. —

2Demnach ist Šemuél der Ansicht R. Šimo͑ns, und [dem widersprechend] sagte Šemuél, man dürfe auf öffentlichem Gebiete eine Metallkohle löschen, damit die Leute durch sie nicht zu Schaden kommen, nicht aber eine Holzkohle. Wenn du sagst, er sei der Ansicht R. Šimo͑ns, so sollte es auch bei einer Holzkohle erlaubt sein!? —

3Bezüglich der unbeabsichtigten Tätigkeit ist er der Ansicht R. Šimo͑ns, und bezüglich der ari sich unnötigen Arbeit ist er der Ansicht R. Jehudas. Rabina sagte: Daher darf man einen Dorn aus öffentlichem Gebiete in [Strecken von] weniger als vier Ellen forttragen, von einem Neutralgebiete sogar eine große Strecke.

4WOHL ABER DARF MAN &C. GIESSEN. Die Rabbanan lehrten: Man darf warmes [Wasser] in kaltes gießen, nicht aber kaltes in warmes — so die Schule Šammajs; die Schule Hillels sagt, sowohl warmes in kaltes als auch kaltes in warmes sei erlaubt. Dies jedoch nur in ein Trinkgefäß, in eine Badewanne aber nur warmes in kaltes, nicht aber kaltes in warmes; R. Šimo͑n b. Menasja verbietet es. R. Naḥman sagte: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Menasja.

5R. Joseph wollte entscheiden, ein Waschbecken gleiche einer Badewanne, da sprach Abajje zu ihm: R. Ḥija lehrte, ein Becken gleiche nicht einer Badewanne. — Nach der früheren Annahme, ein Becken gleiche einer Badewanne, gäbe es nach der Entscheidung R. Naḥmans, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Menasja, am Šabbath kein Waschen mit warmem Wasser!? —

6Du glaubst wohl, R. Šimo͑n beziehe sich auf den Schlußsatz, er bezieht sich auf den Anfangssatz: die Schule Hillels sagt, sowohl warmes in kaltes, als auch kaltes in warmes sei erlaubt. R. Šimo͑n b. Menasja verbietet kaltes in warmes. — R. Šimo͑n b. Menasja vertritt demnach die Ansicht der Schule Šammajs!? — Er meint es wie folgt: hierüber streiten die Schule Šammajs und die Schule Hillels überhaupt nicht.

7R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erzählte: Ich beobachtete, daß Raba es mit dem Wasser nicht genau nahm, weil R. Ḥija gelehrt hat, man dürfe einen Krug Wasser in ein Becken Wasser stellen, einerlei, ob warmes in kaltes oder kaltes in warmes. R. Hona sprach zu R. Aši: Vielleicht ist es da anders, weil der Krug dazwischen scheidet. Dieser erwiderte: Es heißt gießen: man darf einen Krug Wasser in ein Becken Wasser giessen, einerlei, ob warmes in kaltes oder kaltes in warmes.

8WENN MAN EINE KASSEROLLE ODER EINEN TOPF SIEDEND [VOM FEUER] NIMMT, SO DARF MAN DARIN KEIN GEWÜRZ TUN,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.