Schabbat — Blatt 65a

1Man breite sie vor die Sonne aus, nicht aber vor dem Volke; R. Elie͑zer und R. Šimo͑n verbieten dies.

2MIT WATTE IM OHRE. Rami b. Jeḥezqél lehrte: Nur wenn sie ihr am Ohre befestigt ist.

3MIT WATTE IN DER SANDALE. Rami b. Jeḥezqél lehrte: Nur wenn sie an der Sandale befestigt ist.

4DIE SIE WEGEN DER MONATSBLUTUNG TRÄGT. Rami b. Ḥama wollte sagen, nur wenn sie an ihren Hüften befestigt ist, da sprach Raba zu ihm: Auch wenn sie nicht befestigt ist, denn da diese widerlich ist, wird sie nicht zum Tragen veranlaßt.

5R. Jirmeja fragte R. Abba: Wie ist es, wenn sie daran eine Handhabe gemacht hat? Dieser erwiderte: Es ist erlaubt. Es wurde gelehrt: R. Naḥman b. Oša͑ja sagte im Namen R. Joḥanans, auch wenn sie daran eine Handhabe gemacht hat, sei es erlaubt.

6R. Joḥanan pflegte damit ins Lehrhaus zu gehen, und seine Genossen stritten hierin gegen ihn. R. Jannaj pflegte damit auf ein Neutralgebiet zu gehen, und das ganze Zeitalter stritt hierin gegen ihn. – Rami b. Jeḥezqél lehrte ja aber, nur wenn sie ihr am Ohre befestigt ist!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn sie fest sitzt, das andere, wenn sie nicht fest sitzt.

7MIT EINEM PFEFFER- ODER SALZKORN. Pfeffer, wegen des üblen Geruches; Salz, wegen der Zähne. UND ALLEM ANDEREN, WAS MAN IN DEN MUND GETAN. Ingwer oder Zimt.

8MIT EINEM EINGESETZTEN ZAHNE ODER EINEM GOLDENEN ZAHNE IST ES NACH RABBI ERLAUBT UND NACH DEN WEISEN VERBOTEN. R. Zera sagte: Dies wurde nur von einem goldenen Zahne gelehrt, mit einem silbernen aber ist es nach aller Ansicht erlaubt. Desgleichen wird gelehrt: Bezüglich eines silbernen stimmen alle überein, daß es erlaubt sei, mit einem goldenen ist es nach Rabbi erlaubt und nach den Weisen verboten.

9Abajje sagte: Rabbi, R. Elie͑zer und R. Šimo͑n b. Elea͑zar sind alle der Ansicht, daß bei dem, was ihr genannt ist, [nicht zu berücksichtigen ist,] sie könnte zum Zeigen veranlaßt werden.

10Rabbi, wie wir eben gesagt haben. R. Elie͑zer, wie gelehrt wird: R. Elie͑zer befreit davon bei einer Schminkbüchse und beim Riechfläschchen.

11R. Šimo͑n b. Elea͑zar, wie gelehrt wird: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte eine Regel: Mit dem, was sich unter der Haube befindet, darf sie ausgehen, und mit dem, was sich über der Haube befindet, darf sie nicht ausgehen.

12SIE DARF MIT EINEM SELA͑STÜCKE AUF DER FUSSSCHWELLUNG AUSGEHEN. KLEINE MÄDCHEN DÜRFEN MIT SCHNÜRCHEN ODER HÖLZCHEN AN DEN OHREN AUSGEHEN. ARABERINNEN DÜRFEN VERSCHLEIERT UND MEDERINNEN VERHÜLLT AUSGEHEN; EBENSO JEDER ANDERE MENSCH, NUR SPRECHEN DIE WEISEN VOM GEWÖHNLICHEN. SIE DARF AUCH [DIE KOPFHÜLLE] UM EINEN STEIN, EINE NUSS, ODER EINE MÜNZEWICKELN, NUR DARF SIE ES NICHT AM ŠABBATH VON VORNHEREIN TUN.

13GEMARA. Was heißt Fußschwellung? – Gicht. –

14Weshalb gerade ein Selástück: wollte man sagen, weil jeder harte Gegenstand wohltuend ist, so könnte man ja auch eine Scherbe nehmen; wollte man sagen, wegen der Patina, so könnte man ja auch ein gewöhnliches Plättchen nehmen; und wollte man sagen, wegen der Figur, so könnte man ja auch einen Follis herauflegen!? Abajje erwiderte: Schließe hieraus, daß alles zusammen am wirksamsten ist.

15MÄDCHEN DÜRFEN MIT SCHNÜRCHEN AUSGEHEN. Der Vater Šemuéls ließ seine Töchter nicht mit Schnürchen ausgehen, er ließ sie nicht zusammen schlafen, und er errichtete ihnen Tauchbäder in den Tagen des Nisan und Matten in den Tagen des Tišri. –

16«Er ließ sie nicht mit Schnürchen ausgehen.» Wir haben ja aber gelernt, Mädchen dürfen mit Schnürchen ausgehen!? – Die der Töchter des Vaters Šemuéls waren bunt.

17«Er ließ sie nicht zusammen schlafen.» Dies ist eine Stütze für R. Hona, denn R. Hona sagte, Weiber, die mit einander lesbisch verfahren, seien für den

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.