Schabbat — Blatt 84b
1Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn kleine Krüglein, die durch einen Flußbehafteten nicht verunreinigungsfähig sind, durch einen Leichnam verunreinigungsfähig sind, um so eher ist die Matte, die durch einen Flußbehafteten verunreinigungsfähig ist, durch einen Leichnam verunreinigungsfähig. Wieso denn, sie erlangt ja keine Reinheit durch das Reinigungsbad!? R. Ḥanina erwiderte ihm: Anders ist es bei dieser, da es andere Geräte aus demselben Material gibt.
2Jener entgegnete: Behüte uns der Allbarmherzige vor solcher Ansicht! – Im Gegenteil, der Allbarmherzige möge uns vor deiner Ansicht behüten. – Was ist sein Grund? – Es sind zwei Schriftverse vorhanden; einer lautet: wenn jemand sein Lager berührt, ein anderer aber: jedes Lager, auf das der Flußbehaftete sich legt, soll unrein werden. Wie sind sie in Übereinstimmung zu bringen? Gibt es [aus diesem Material reinigungsfähige Geräte, so sind sie verunreinigungsfähig], auch wenn sie selber keine Reinheit durch das Reinigungsbad erlangen, gibt es nicht, so gleicht das Lager ihm selbst.
3Raba sagte: Daß das Tongefäß nicht durch das Auftreten verunreinigungsfähig ist, ist aus folgendem zu entnehmen: Und jedes offene Gefäß, auf dem nicht ein mit einer Schnur befestigter Deckel ist; wenn aber darauf ein mit einer Schnur befestigter Deckel ist, ist es rein. Es kann ja auch der Fall sein, daß man es für seine menstruierende Frau bestimmt hat, dennoch sagt der Allbarmherzige, daß es rein sei.
4WOHER, DASS MAN AUF EINEM BEETE VON SECHS ZU SECHS HANDBREITEN FÜNF ARTEN VON SAATEN SÄENDARF, VIER AN DEN VIER SEITEN DES BEETES UND EINE IN DER MITTE? ES HEISST: denn gleich der Erde, die ihr Gewächs hervorbringt, und gleich einem Garten, der seine Saaten sprossen läßt; ES HEISST NICHT: SEINE SAAT, SONDERN SEINE SAATEN.
5GEMARA. Wieso geht dies hieraus hervor? R. Jehuda erwiderte: Denn gleich der Erde, die ihr Gewächs hervorbringt; hervorbringt, eines, ihr Gewächs, eines, zusammen zwei, ihre Saaten, zwei, zusammen vier, sprossen läßt, eines, das sind fünf;
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.