Schabbat — Blatt 85a
1und den Rabbanan war es bekannt, daß fünf [Saaten] auf sechs [Handbreiten] nicht ihre Nahrung von einander ziehen. –
2Woher, daß dies, was den Rabbanan bekannt war, auch zuverlässig ist? – R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Es heißt: verrücke nicht die Grenze deines Nachbarn, die die Vorfahren gezogen haben. Du sollst die von den Vorfahren statuierten Gesetze nicht verrücken. Was heißt von den Vorfahren statuiert? R. Šemuél b. Naḥmani erklärte im Namen R. Jonathans: Es heißt: diese sind die Söhne Sei͑rs, des Ḥori, die Bewohner des Landes. Sind denn alle anderen Bewohner des Himmels? Vielmehr, sie waren in der Bewohnung des Landes kundig; sie wußten zu bestimmen: dieser Flächenraum für die Olive, dieser Flächenraum für den Weinstock, dieser Flächenraum für den Feigenbaum. Der Ḥori: sie rochen die Erde. Der Ḥivi, hierüber sagte R. Papa: sie kosteten die Erde wie eine Schlange. R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: Der Ḥori: sie wurden von ihren Gütern befreit [horin].
3R. Asi sagte: Das Beet muß sechs [Handbreiten] außer dem Rain haben. Desgleichen wird gelehrt: Das Beet allein muß sechs [Handbreiten] haben. Wie breit muß der Rain sein? – Wie wir gelernt haben: R. Jehuda sagt, eine Fußsohle breit. R. Zera, manche sagen, R. Ḥanina b. Papa, sagte: Was ist der Grund R. Jehudas? Es heißt: wie einen Gemüsegarten mit deinem Fuße bewässern mußtest; wie der Fuß eine Handbreite breit ist, so muß auch der Rain eine Handbreite haben.
4Rabh sagte: Unsere Mišna handelt von einem einzelnen Beete. – Es gibt ja aber Raum an den Winkeln!? In der Schule Rabhs sagten sie im Namen Rabhs: Wenn man auch die Winkel ausfüllt. – Man kann ja aber [an jeder Seite in der Mitte] säen und sie nicht ganz ausfüllen!? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.