Schevuot — Blatt 3a
1und wegen des Rasierens des Bartes: zweimal wegen der einen Seite, zweimal wegen der anderen Seite und einmal wegen der unteren [Ecke],
2also eine [Sünde], derentwegen man zweifach strafbar ist, deshalb lehrt er hier von zwei Arten von Schwüren, die in vier zerfallen.–
3Weshalb lehrt er hier alle [Gesetze dieser Art], während er [beim Gesetze] vom Hinausbringen am Sabbath und [beim Gesetze] von den Arten des Aussatzes nicht alle [Gesetze dieser Art] lehrt!? –
4Ich will dir sagen, die [Gesetze von den] Eidesleistungen und dem Bewußtsein der Unreinheit stehen nebeneinanderund gleichen einander hinsichtlich des auf- und absteigenden Opfers, deshalb lehrt er sie auch zusammen, und da er diese beiden lehrt, so lehrt er sie alle. –
5Er beginnt mit [dem Gesetze von] den Schwüren und erläutert das Gesetz von der Unreinheit!? – Da die Einzelheiten desselben nur wenige sind, so entledigt er sich ihrer, und darauferläutert er [das Gesetz von den] Schwüren, deren Einzelheiten zahlreich sind.
6Es gibt zwei Arten von Schwüren, die in vier zerfallen; zwei: ein Schwur, daß ich essen werde, oder: daß ich nicht essen werde; die in vier zerfallen: daß ich gegessen habe, oder: daß ich nicht gegessen habe.
7Es gibt bei der Verunreinigung zwei Arten von Bewußtsein, die in vier zerfallen; zwei: das Bewußtsein seiner Unreinheit beim [Essen von] Heiligem und das Bewußtsein seiner Unreinheit beim [Eintritt in das] Heiligtum; die in vier zerfallen: das Bewußtsein inbetreff des Heiligen und inbetreff des Heiligtums.
8Es gibt beim Sabbathgesetze zwei Arten von Hinausbringen, die in vier zerfallen; zwei: das Herauslangen des Armenund das Hinausreichen des Hausherrn; die in vier zerfallen: das Hineinreichen des Armen und das Hereinlangen des Hausherrn.
9Es gibt zwei Arten von Aussatzmalen, die in vier zerfallen; zwei: Hochfleck und Glanzfleck; die in vier zerfallen: der Hochfleck und seine Unterart, der Glanzfleck und seine Unterart.
10Wer [ist der Autor] unserer Mišna: weder R. Jišma͑él noch R. A͑qiba; wenn R. Jišma͑él, so sagt er ja, man sei schuldignur wegen des promissorischen [Schwures], und wenn R. A͑qiba, so sagt er ja, man sei schuldig nur beim Entfallen der Unreinheit, nicht aber beim Entfallen der Heiligkeit!? –
11Wenn du willst, sage ich, R. Jišma͑él, und wenn du willst, sage ich, R. A͑qiba. Wenn du willst, sage ich, R. Jišma͑él, denn wegen mancherist man schuldig und wegen mancher ist man frei, und wenn du willst, sage ich, R. A͑qiba, denn wegen mancher ist man schuldig und wegen mancher ist man frei. –
12Wieso frei,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.