Sevachim — Blatt 17b
1Er ist der Ansicht, wem wegen des Flusses die Sühne noch fehlt, gleiche einem Flußbehafteten.
2Darüber, ob der, dem wegen Flusses die Sühne noch fehlt, einem Flußbehafteten gleiche, [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Wenn ein Trauernder oder einer, dem die Sühne noch fehlt, sieverbrannt hat, so ist sie tauglich; Joseph der Babylonier sagt, wenn ein Trauernder, sei sie tauglich, und wenn einer, dem die Sühne noch fehlt, sei sie untauglich. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, wem wegen Flusses die Sühne noch fehlt, gleiche einem Flußbehafteten, und einer ist der Ansicht, er gleiche nicht einem Flußbehafteten. –
3Nein, alle sind der Ansicht, er gleiche einem Flußbehafteten, und ihr Streit besteht in folgendem. Es heißt :der Reine soll sprengen, demnachwar er bisher unrein; dies lehrt, daß der am selben Tage Untergetauchte bei [der Herrichtung] der [roten] Kuh zulässig ist.
4Einer ist der Ansicht, dies gelte von den Unreinheitender ganzen Tora, und einer ist der Ansicht, dies gelte nur von der in diesem Abschnitt genanntenUnreinheit.
5Daher ist dieshinsichtlich des Trauernden und deswegen Unreinheit durch ein Kriechtier am selben Tage Untergetauchten, bei denen es leichterist, [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere vom am selben Tage Untergetauchtenzu folgern, nicht aber hinsichtlich eines solchen, dem wegen des Flusses noch die Sühne fehlt, bei dem es strenger ist, weil seine Unreinheit aus seinem Körper kommt.
6DER DIE AMTSKLEIDER NICHT ANHAT. Woher dies? R. Abahu erwiderte im Namen R. Joḥanans, und wie manche meinen, im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Die Schrift sagt:umgürte sie mit einem Gürtel, Ahron und seine Söhne, und setze ihnen Mützen auf, damit ihnen das Priesteramt zustehe, eine Satzung für die Ewigkeit. Haben sie ihre Kleider an, so haben sie das Priesteramt, haben sie ihre Kleider nicht an, so haben sie das Priesteramt nicht. –
7Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies wird ja aus einer anderen Stelle entnommen!? Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß wenn ein Trunkener Dienst getan hat, er ihn entweiht hat? Es heißt:Wein und Rauschtrank sollst du nicht trinken &c. und zwischen Heiligem und Profanem zu unterscheiden. Woher dies von dem, der die Amtskleider nicht anhat und der Hände und Füße nicht gewaschen hat?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.