Sevachim — Blatt 18a

1Es heißt Satzung, und [dieses Wort]dient als Wortanalogie. –

2Wenn nur aus dieser, so könnte man glauben, dies gelte nur von einem Dienste, dessentwegen ein Gemeiner dem Tode verfällt, nicht aber von einem Dienste, dessentwegen ein Gemeiner nicht dem Tode verfällt, so lehrt er uns. –

3Wir wissen diesvon dem, der die Amtskleider nicht anhat, woher dies von einem Trunkenen? – Dies ist durch [das Wort] Satzung von dem, der die Amtskleider nicht anhat, zu folgern. –

4Jener Autor folgert es ja aber aus [den Worten:] und &c. zu unterscheiden!? – Bevor er die Wortanalogie kannte. –

5Jener Autor folgert es ja aber hinsichtlich dessen, der die Amtskleider nicht anhat, vom Trunkenen!? – Er meint es wie folgt: woher, daß zwischen dem, der die Amtskleider nicht anhat, dem Trunkenen und dem, der Hände und Füße nicht gewaschen hat, nicht zu unterscheiden ist? Es heißt Satzung, und [dieses Wort] dient als Wortanalogie. –

6Wozu heißt es zu unterscheiden!? – Wegen einer Lehre Rabhs. Rabh bestellte nämlich keinen Dolmetsch an einem Festtagefür den folgenden, wegen Trunkenheit. –

7Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies wird ja aus folgendem entnommen!?Die Söhne Ahrons, die Priester, sollen tun, der Priester in seiner Amtstracht; wenn der Hochpriester nur die Amtskleider eines gemeinen Priesters anhat und Dienst tut, so ist der Dienst ungültig. –

8Wenn nur aus diesem, so könnte man glauben, dies gelte nur von einem Dienste, von dem die Sühne abhängt, nicht aber von einem Dienste, von dem die Sühne nicht abhängt. –

9Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies wird ja aus folgendem entnommen!?Die Priester, die Söhne Ahrons, sollen die Stücke &c, zurechtlegen, die Priester in ihrer Amtstracht; hieraus, daß, wenn ein gemeiner Priester die Amtskleider des Hochpriesters anhat und Dienst tut, der Dienst ungültig sei. –

10Wenn nur aus jenem, so könnte man glauben, dies gelte nur vom Fehlen, nicht aber, wenn er zuvielanhat, so lehrt er uns.

11Die Rabbanan lehrten : Wenn sienachschleifen, zu kurz oder zerschlissen sind und er Dienst getan hat, so ist er gültig; wenn er aber zwei Hosen oder zwei Gürtel anhat, ein Kleidungsstück zu wenig oder eines zuvielanhat, unter dem Gewand ein Pflaster am Leibe hat,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.