Sevachim — Blatt 21a

1Bei der [roten] Kuh macht man ihn ja unrein, denn wir haben gelernt, daß man den Priester, der die [rote] Kuh verbrennen sollte, unrein machte und untertauchen ließ, als Kundgebung gegen die Saduzäer, welche sagten, dies dürfe nur durch einen erfolgen, der Sonnenuntergang abgewartethat. Hieraus ist also zu entnehmen, daß die Unreinheit sie nicht untauglich mache. –

2Anders verhält es sich bei der [roten] Kuh, da ein am selben Tage Untergetauchter [auch ihre Herrichtung] nicht untauglich macht. – Wozu ist demnach die Waschung nötig? – Gleich den übrigen Dienstverrichtungen.

3Sie fragten: Darf man die Hände im Waschbecken waschen: der Allbarmherzige sagt :aus ihm, nicht aber in ihm, oder auch in ihm?

4R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte : Komm und höre : Oder wenn er im Wasser einer Höhle untergetaucht ist und Dienst getan hat, so ist der Dienst ungültig. Demnach ist, wenn im Wasser des Waschbeckens ebenso wie im Wasser einer Höhleund er Dienst getan, der Dienst gültig. –

5Nein. Vom Wasser einer Höhle ist dies besonders zu lehrennötig, damit man nicht folgere: wenn man darin den ganzen Körper untertauchendarf, um wieviel mehr Hände und Füße.

6R. Ḥija b. Joseph sagt, das Wasser des Waschbeckens werde untauglich, wenn es für das Geeignetmachendebestimmt war, mitdiesem, und wenn für die Opferstücke, mit diesen.

7R. Ḥisda sagt, auch wenn es für das Geeignetmachende bestimmt war, werde es gleich den Opferstücken erst beim Anbruch der Morgenröte untauglich. R. Joḥanan sagt, sobald man das Waschbecken hinabgelassenhat, ziehe man es nicht mehr hoch.

8Demnach ist es auch für den Nachtdienst nicht tauglich, und dem widersprechend sagte ja R. Asi im Namen R. Joḥanans im Namen Ilphas, daß, wenn man das Waschbecken abends nicht hinabgelassen hat, man sich aus diesem für den Nachtdienst wasche und nicht mehr am folgenden Morgen!? –

9Unter nicht hochziehen, von dem er spricht, ist auch zu verstehen, für den Tagdienst, für den Nachtdienst aber ist es tauglich. –

10Dies ist ja dasselbe, was R. Ḥija b. Joseph lehrt!? –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.