Sevachim — Blatt 31a

1wenn ‘Olive und Olive’ zusammengehören, um wieviel mehr [bei der Wendung] ‘eine Olive am folgenden Tage außerhalb des Raumes’.

2Es wurde gelehrt: [Über den Fall, wenn man gesagt hat:] eine halbe Olive außerhalb der Frist, eine halbe Olive außerhalb des Raumes und eine halbe Olive außerhalb der Frist, sagte Raba, die Verwerflichkeit wache auf, wie sie eingeschlafenwar. R. Hamnuna aber sagt, dies sei eine Vermischungder Beabsichtigungen.

3Raba sagte: Woher entnehme ich dies? Wir haben gelernt: Hat man eine erstgradig unreineSpeise in Eigröße und eine zweitgradig unreine Speise in Eigröße miteinander vermengt, so sind sieerstgradig; teilt man sie, so ist die eine wie die anderezweitgradig. Demnach sind sie, wenn man sie wiederum vermengt, erstgradig. –

4Woher dies? – Im Schlußsatze lehrt er: fällt die eine besonders und die andere besondersauf ein Brot von Hebe, so haben sie es untauglichgemacht; fallen sie beide zusammen, so haben sie es zweitgradig unreingemacht. –

5Und R. Hamnuna!? – Dawar das erforderliche Quantum vorhanden, hierbei aber war das erforderliche Quantum nicht vorhanden.

6R. Hamnuna sagte : Woher entnehme ich dies? Wir haben gelernt: Ist eine Speise[zur Hälfte] an einer Urunreinheitund [zur Hälfte] an einem Erstverunreinigtenunrein geworden, so werden sie vereinigt und verunreinigen gemäß der leichteren von beiden; doch wohl, auch wenn man sie nachher ergänzthat. –

7Vielleicht nur dann, wenn man sie nicht ergänzt hat.

8Als R. Dimi kam, sagte er: [Über den Fall, wenn man gesagt hat:] eine halbe Olive außerhalb des Raumes, eine halbe Olive außerhalb der Frist und eine halbe außerhalb der Frist, lehrte Rar Qapara, daß es verwerflich sei, weil die halbe Olive, wo eine ganzevorhanden ist, nicht von Wirkung ist.

9Als Rabin kam, sagte er: [Über den Fall, wenn man gesagt hat:] eine halbe Olive außerhalb der Frist, eine halbe Olive außerhalb der Frist und eine halbe Olive außerhalb des Raumes, lehrte Rar Qapara, daß es verwerflich sei, weil eine halbe Olive, wo eine ganze vorhanden ist, nicht von Wirkung ist.

10R. Aši lehrte es wie folgt: [Über den Fall, wenn man gesagt hat:] eine halbe Olive außerhalb der Frist, und eine Olive zur Hälfte außerhalb des Raumes und zur Hälfte außerhalb der Frist, lehrte Rar Qapara, daß es verwerflich sei, weil eine halbe Olive, wo eine ganze vorhanden ist, nicht von Wirkung ist.

11R. Jannaj sagte: Wenn man beabsichtigt hat: daß Hunde es am folgenden Tage fressen, so ist es verwerflich, denn es heißt :Izebel aber sollen die Hunde fressenauf dem Flur von Jizre͑él.

12R. Ami wandte ein: Demnach ist es verwerflich, wenn man beabsichtigt hat: daß das Feuer es am folgenden Tage verzehre, denn es heißt :es verzehrtihn ein Feuer, das nicht angefacht ward!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so haben wir ja gelernt: eine halbe Olive zu essen und eine halbe Olive aufzuräuchern, so ist es tauglich, denn das Essen und das Aufräuchern werden nicht vereinigt. –

13Hat man den Ausdruck ‘verzehren’ gebraucht, so ist dem auch so, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn man den Ausdruck ‘aufräuchern’ gebraucht hat. ‘Verzehren’ ist ein Ausdruck für sich und ‘aufräuchern’ ist ein Ausdruck für sich.

14R. Aši fragte: Wie ist es, wenn man beabsichtigt hat: daß zwei Personen eine Olive essen sollen: richte man sich nach der Absicht, sodaß das erforderliche Quantum vorhanden ist, oder richte man sich nach den Essenden, sodaß das erforderliche Quantum nicht vorhandenist?

15Abajje erwiderte: Komm und höre: Eine halbe Olive zu essen und eine halbe Olive aufzuräuchern, so ist es tauglich, denn das Essen und das Aufräuchern werden nicht vereinigt.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.