Sevachim — Blatt 42b

1Es heißt ja aber ‘ob’, ‘oder’!? – Dies ist ein Einwand.

2Der Meister sagte: So ist [das Opfer], wie R. M’eir sagt, verwerflich, und man verfällt der Ausrottung. Merke, der Ausrottung verfällt man ja erst dann, wenn alles, was es erlaubt macht, dargebracht worden ist, denn der Meister sagte, die Wohlgefälligmachung des Untauglichen gleicheder Wohlgefälligmachung des Tauglichen, wie die Wohlgefälligmachung des Tauglichen erst dann erfolgt, wenn alles, was es erlaubt macht, dargebracht worden ist,

3ebenso gilt dies auch vom Untauglichen erst dann, wenn alles, was es erlaubt macht, dargebracht worden ist, und wenn man es hierbei durch die Absicht bei den inneren [Sprengungen] untauglich gemacht hat, so ist es ja ebenso, als würde man überhaupt nicht gesprengt haben, und wenn man später im Tempel sprengt, so ist es ebenso, als würde man Wassersprengen!?

4Rabba erwiderte: Dies kann bei vier Farren und vier Ziegenböckenvorkommen.

5Raba sagte: Du kannst auch sagen, bei einem Farren und einem Ziegenbocke, denn hinsichtlich der Verwerflichmachung ist es gültig. –

6Wieso dreiundvierzig, es wird ja gelehrt: siebenundvierzig!? – Eines nach demjenigen, welcher sagt, man vermische [das Blut]für die Hörner, und eines nach demjenigen, welcher sagt, man vermische es nichtfür die Hörner. –

7Es wird ja aber gelehrt: achtundvierzig!? – Eines nach demjenigen, welcher sagt, das Fortgießensei unerläßlich, und eines nach demjenigen, welcher sagt, das Fortgießen sei nicht unerläßlich.

8Man wandte ein: Diesgilt nur vom Abhäufen, vom Hineinlegen in das Gefäß und vom Hinbringen,

9bei der Aufräucherung aber ist es, wenn man den Haufen beabsichtigend und den Weihrauch stillschweigend oder den Haufen stillschweigend und den Weihrauch beabsichtigend hinaufgelegt hat, wie R. Meír sagt, verwerflich, und man verfällt der Ausrottung; die Weisen sagen, man verfalle der Ausrottung nur dann, wenn man es beim vollständigen Erlaubtmachenden verwerflich gemacht hat.

10Hier wird von dem Falle gelehrt, wenn den Haufen stillschweigend und den Weihrauch beabsichtigend, und sie streiten!? – Lies: und vorher den Weihrauch beabsichtigend hinaufgelegt. –

11Dies ist erstens der Fall des Anfangsatzes, und zweitens heißt es ja in einer anderen Lehre: und nachher!? – Ein Einwand.

12BEI FOLGENDEN DINGEN IST MAN NICHT SCHULDIGWEGEN VERWERFLICHEM: BEIM HAUFEN, DEM RÄUCHERWERKE, DEM WEIHRAUCH,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.