Sevachim — Blatt 50a

1nach der Lehre der Schule R. Jišma͑éls;

2kann aber von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, durch die [Regel von der] Hauptnormgefolgert werden? R. Jirmeja erwiderte : Es sollte doch heim Schuldopfer nicht nördlich heißen, und man würde esdurch die Hauptnorm vom Sündopfer gefolgert haben; wenn der Allbarmherzige es dennoch geschrieben hat, so besagt dies, daß von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, nicht durch die Hauptnorm gefolgert werden kann. –

3Auch nach deiner Auffassung sollte es doch durch die Hauptnorm vom Brandopfer gefolgert werden; vielmehr wird es deshalb nicht gefolgert, weil man erwidern könnte: wohl gilt dies vom Brandopfer, weil es vollständig verbrannt wird, ebenso ist auch hinsichtlich des Sündopfers zu erwidern: wohl vom Sündopfer, weil es den der Ausrottung Schuldigen Sühne schafft. –

4Wenn auch eines von einem nicht zu folgern ist, so sollte doch eines von zweiengefolgert werden!? –

5Von welchen sollte es gefolgert werden: wenn der Allbarmherzige es nicht beim Brandopfer geschrieben haben würde und man es von Sündopfer und Schuldopfer folgern wollte, so könnte man erwidern: wohl gilt dies von diesen, weil sie Sühne schaffen.

6Wenn der Allbarmherzige es beim Sündopfer nicht geschrieben haben würde und man es von jenen folgern wollte, so könnte man erwidern: wohl gilt dies von jenen, bei welchen nur männliche Tiere verwendbar sind.

7Und wenn er es nicht beim Schuldopfer geschrieben haben würde und man es von jenen folgern wollte, so könnte man erwidern: wohl gilt dies bei jenen, die von einer Gemeinde wie von einem einzelnen dargebracht werden.

8Kann von dem, was durch Wortanalogie gefolgert wird, durch Vergleichung gefolgert werden? R. Papa erwiderte:Dies ist das Gesetz der Schlachtung des Heilsopfers &c. wenn als Dankopfer; wir lernenhieraus, daß das Dankopfer vom Zehnten dargebracht werden kann, denn wir finden, daß das Heilsopfer vom Zehnten dargebracht werden kann.

9Hinsichtlich des Zehnten selbst aber entnehmen wir es aus [dem Worte]dort.

10Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Der Getreidezehnt ist nichts weiter als Profanes.

11Dieser erwiderte: Wer sagt, daß das Gefolgerte und das, wovon gefolgert wird, Heiliges seinmüsse!?

12Kann von dem, was durch Wortanalogie gefolgert wird, durch Wortanalogie gefolgert werden? Rami b. Ḥama erwiderte: Es wird gelehrt: Eingerührtes Feinmehl; wir lernen also, daß zum EingerührtenFeinmehl erforderlich ist, woher dies von den Kuchen? – es heißt [bei beiden] Kuchen.

13Woher dies von den Fladen? – es heißt [bei beiden]ungesäuert.

14Rabina sprach zu ihm : Woher, daß er es durch [das Wort] ungesäuert von den Kuchen folgert, vielleicht folgert er es vom Ofengebäck?

15Vielmehr, sagte Raba, es wird gelehrt:Sein Eingeweide und seinen Mist, und er bringe hinaus; dies lehrt, daß er ihnvollständig hinausbringe.

16Man könnte glauben, er verbrenne ihn auch vollständig, so heißt es hierbei Kopf und Unterschenkel und dortheißt es ebenfalls Kopf und Unterschenkel, wie dort das Zerlegen erforderlichist, ebenso ist auch hierbei das Zerlegen erforderlich.

17Man könnte demnach glauben, wie dort enthäutetebenso auch hierbei enthäutet, so heißt es: sein Eingeweide und seinen Mist. – Was beweist dies? R. Papa erwiderte: Wie den Mistim Eingeweide, ebenso das Fleisch in der Haut.

18Ferner wird gelehrt: Rabbi sagte: Hierheißt es Haut, Fleisch [und Mist]

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.