Sevachim — Blatt 49b

1wohl aber von diesemauf die Gesamtheit, wenn wir aber der Ansicht sind, weder von der Gesamtheit auf dieses noch von diesem auf die Gesamtheit, ist es ja an sich nötig!? –

2Da es wieder einbegriffen worden ist, ist eseinbegriffen.

3Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Vielleicht hat die Schrift es wieder einbegriffen nur hinsichtlich des Blutsprengens und der Opferteile, die der Priesterschaft benötigen, beim Schlachten aber, das der Priesterschaft nicht benötigt, ist auch die Nordseite nicht erforderlich!? –

4Wenn dem so wäre, so sollte doch der Schriftvers gelautet haben : e s ist wie das Sündopfer, wenn es aber heißt: denn wie das Sündopfer ist das Schuldopfer, [so heißt dies,] es gleiche den übrigen Schuldopfern. –

5Wozu braucht er es mit dem Sündopfer und dem Brandopfer zu vergleichen?

6Rabina erwiderte: Dies ist nötig; würde er es nur mit dem Sündopfer und nicht mit dem Brandopfer verglichen haben, so könnte man sagen: hinsichtlich des Sündopfers wird esja vom Brandopfer entnommen; kann denn von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, durch Vergleichunggefolgert werden!?

7Mar Zutra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Sollte er es doch nur mit dem Brandopfer und nicht mit dem Sündopfer verglichen haben!? –

8So würde man gesagt haben, sonst könne von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, durch Vergleichung gefolgert werden, und nur deshalb vergleicht er es nicht mit dem Sündopfer, weil er es lieber mit der Hauptsache als mit dem Angeschlossenen vergleicht. Daher vergleicht er es mit dem Sündopfer und dem Brandopfer, um zu sagen, daß von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, nicht durch Vergleichung gefolgert werden könne.

9Raba entnimmt esaus folgendem Schriftverse: Wie es vom Rinde der Schlachtung des Heilsopfers abgehoben wird. Wozu ist dies nötig: wenn wegen des Leberanhängsels und der beiden Nieren, so werden sie ja bei diesem selbstgenannt;

10vielmehr, da er hinsichtlich des Leberanhängsels und der beiden Nierenvom Farren der Gemeinde wegen eines Entfallens auf die Ziegenböcke wegen Götzendienstes folgern will, und sie bei diesem nicht ausdrücklich genannt, sondern vom Farren des gesalbten Priesters gefolgert werden,

11so heißt es: wie abgehoben wird, wodurch es ebenso ist, als würden sie bei ihm ausdrücklich geschrieben worden sein, damit man nicht durch Vergleichung zu folgern brauche von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird.

12R. Papa sprach zu Raba: Sollten sie bei diesemausdrücklich geschrieben werden, statt sie durch Vergleichung zu folgern!? –

13Würden sie bei diesem geschrieben und nicht durch Vergleichung gefolgert worden sein, so würde man gesagt haben, es könne von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, durch Vergleichung gefolgert werden, und nur deshalb vergleicht er esnicht, weil ihm die ausdrückliche Nennung lieber ist als die [Folgerung durch] Vergleichung. Daher Nennungund Vergleichung, um zu sagen, daß von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, nicht durch Vergleichung gefolgert werden kann.

14Von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, kann nicht durch Vergleichung gefolgert werden, nach Raba oder nach Rabina; kann aber von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, durch Wortanalogie gefolgert werden? –

15Komm und höre : R. Nathan b. Eutolmios sagte: Woher, daß, wenn der Aussatz das Gewandvollständig bedeckt, er rein ist? Beim Kleideraussatz werden [die Worte] Hinterseite und Vorderseitegenannt und beim Aussatz eines Menschen werden ebenfalls [die Worte] Hinterseite und Vorderseitegenannt,

16wie nun dieser rein ist, wenn er ihn vollständig bedeckt, ebenso ist auch jener rein, wenn er es vollständig bedeckt.

17Von diesem selbstaber entnehmen wir es aus dem Schriftvers:vom Kopfe bis zu den Füßen, denn man vergleiche den Kopf mit den Füßen; wie diese rein sind, wenn sie vom Aussatz vollständig weiß bedecktsind, ebenso ist auch jener rein, wenn er vom Aussatz vollständig weiß bedecktist.

18R. Joḥanan erwiderte : In der ganzen Tora kann vom Gefolgerten gefolgert werden, ausgenommen ist das Gesetz von den Heiligtümern, bei dem vom Gefolgerten nicht gefolgert werdenkann.

19Wenn nämlich dem sowäre, so brauchte es nicht beim Schuldopfer nördlich zu heißen, denn man würde es aus [dem Worte] Hochheiliges durch Wortanalogie vom Sündopfergefolgert haben.

20Dies besagt wahrscheinlich, daß von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, nicht durch Wortanalogie gefolgert werden kann. –

21Vielleicht deshalb, weil man erwidern könnte : wohlbeim Sündopfer, weil es den der Ausrottung Schuldigen Sühne schafft!? –

22[Bei beiden] ist [das Wort] Hochheiliges überflüssig.

23Von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, kann durch [einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.