Sevachim — Blatt 55b

1Worin besteht ihr Streit? – Der erste Autor ist der Ansicht, von diesen drei Schriftversen ist einer an sich nötig, daß die Tür des Offenbarungszeltes erforderlichsei, einer [lehrt], daß auch die Seitenzulässig sind, und einer, daß die Seiten der Seitenunzulässig sind, während hinsichtlich der Nordseite ein Schriftvers nicht nötigist.

2R. Elie͑zer aber ist der Ansicht, einer ist an sich nötig, daß die Tür des Offenbarungszeltes erforderlich ist. einer [lehrt], daß die Nordseite tauglichist, und einer, daß die Seiten tauglich sind, während hinsichtlich der Seiten der Seiten ein Schriftvers nicht nötigist. –

3Weshalb heißt es an der einen Stelle: an der Tür des Offenbarungszeltes, an der anderen aber: vor dem Offenbarungszelte? – Wegen einer Lehre R. Jehudas im Namen Šemuéls, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Hat man ein Heilsopfer geschlachtet, bevor die Türen des Tempels geöffnet worden sind, so ist es untauglich, denn es heißt: er schlachte es an der Tür des Offenbarungszeltes, wenn er geöffnetist, nicht aber, wenn er geschlossen ist.

4Es wurde auch gelehrt: Mar U͑qaba b. Ḥama sagte im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina : Hat man ein Heilsopfer geschlachtet, bevor die Türen des Tempels geöffnet worden sind, so ist es untauglich, denn es heißt: er schlachte es an der Tür des Offenbarungszeltes, wenn die Tür des Tempels geöffnet ist, nicht aber, wenn er geschlossen ist.

5Im Westen lehren sie es wie folgt : R. Ja͑qob b. Aḥa sagte im Namen R. Ašis: Hat man ein Heilsopfer geschlachtet, bevor die Türen des Tempels geöffnet worden sind, so ist es untauglich; bei der Stiftshütte, bevor die Leviten die Stiftshütte aufgestellt und nachdem die Leviten sie auseinander genommen haben.

6Es ist entschieden, daß es angelehntals geschlossen gilt, wie ist es aber bei einem Vorhange? R. Zera erwiderte: Dieser ist ja nichts weiter als eine geöffnete Tür. –

7Wie verhält es sich bei einer Anhöhe? – Komm und höre: Es wird gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Die Messerräume hatten zwei Pforten, ihre Höhe betrug acht [Ellen], um den ganzen Tempelhof tauglich zu machenfür das Essen von Hochheiligem und das Schlachten von Minderheiligem.

8Wahrscheinlich hatten sie Höhen von acht [Ellen]. – Nein, siewaren acht hoch.

9Man wandte ein : Alle Tore, die da waren, waren zwanzig Ellen hoch und zehn breit!? – Anders war es bei den Pforten. –

10Es waren ja die beiden Seitenvorhanden!? – Sie befanden sich an den Winkeln. –

11Wie ist es mit [dem Raume] hinter dem Allerheiligsten? – Komm und höre: Rami b. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Hinter dem Allerheiligsten war eine kleine Pforte, acht Ellen hoch, um den ganzen Tempelhof tauglich zu machen für das Essen von Hochheiligem und das Schlachten von Minderheiligem; hierauf deutet der Schriftvers:zwei für den Parbar. – Was heißt Parbar? Raba b. R. Šila erwiderte: Wie wenn jemand sagt: nach außen [bar].

12R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man ist wegen Unreinheitschuldig

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.