Sevachim — Blatt 80a

1WENN EINMAL ZU SPRENGENDES MIT EINMAL ZU SPRENGENDEMVERMISCHT WORDEN IST, SO IST ES EINMAL ZU SPRENGEN; WENN VIERMAL ZU SPRENGENDES MIT VIERMAL ZU SPRENGENDEM,

2SO IST ES VIERMAL ZU SPRENGEN ; WENN VIERMAL ZU SPRENGENDES MIT EINMAL ZU SPRENGENDEM, SO IST ES, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, VIERMAL, UND WIE R. JEHOŠUA͑ SAGT, EINMAL ZU SPRENGEN.

3R. ELIE͑ZER SPRACH ZU IHM: MAN BEGEHT JADAS VERBOT DES VERMINDERNS!? R. JEHOŠUA͑ ENTGEGNETE IHM: MAN BEGEHT JADAS VERBOT DES HINZUFÜGENS!?

4R. ELIE͑ZER ERWIDERTE: DAS VERBOT DES HINZUFÜGENS BEZIEHT SICH NUR AUF DEN FALL, WENN ES GESONDERTIST. R. JEHOŠUA͑ ENTGEGNETE: AUCH DAS VERBOT DES VERMINDERND BEZIEHT SICH NUR AUF DEN FALL, WENN ES GESONDERT IST. FERNER SPRACH R. JEHOŠUA͑: WENN DU [MEHR] SPRENGST, BEGEHST DU DAS VERBOT DES HINZUFÜGENS, UND ÜBST EINE HANDLUNG MIT DEN HÄNDEN AUS, WENN DU ABER NICHT [GENÜGEND] SPRENGST, SO BEGEHST DU ZWAR DAS VERBOT DES VERMINDERNS, JEDOCH ÜBST DU KEINE HANDLUNG MIT DEN HÄNDEN AUS.

5GEMARA. R. Elea͑zar sagte: R. Elie͑zer hat esnur paarweiseerlaubt, einzeln aber nicht.

6R. Dimi wandte ein: Die Weisen sagen, selbst wenn alle mit Ausnahme von einem dargebracht worden sind, ist dieses in den Kanalzu gießen!? R. Ja͑qob sprach zu R. Jirmeja b. Taḥlipha: Ich will es dir erklären: unter ‘einem’ ist ein Paar zu verstehen.

7Und beidesist nötig. Würde nur das einegelehrt worden sein, [so könnte man glauben,] R. Elie͑zer vertrete seine Ansicht nur hierbei, wo die Sühne bereitserfolgt ist, in jenem Falle aber pflichte er den Rabbanan bei.

8Und würde nur das anderegelehrt worden sein, [so könnte man glauben,] die Rabbanan vertreten ihre Ansicht nur hierbei, im anderen Falle aber pflichten sie R. Elie͑zer bei. Daher ist beides nötig.

9Dort haben wir gelernt: Wenn in den Krugetwas Wasser gekommen ist, so müssen, wie R. Elie͑zer sagt, die Besprengungendoppelt erfolgen; nach den Weisen aber ist [das Entsündigungswasser] untauglich.

10Allerdings sind die Rabbanan der Ansicht, es gebeeine Vermengung, zur Besprengung sei ein bestimmtes Quantumerforderlich, und die Besprengungen werden nichtvereinigt,

11welcher Ansicht aber ist R. Elie͑zer: ist er der Ansicht, es gebe keine Vermengung, so ist es ja ohne Belang, daß man die Besprengungen zweimal aufträgt, vielleicht sind beide [profanes] Wasser; er ist somit der Ansicht, es gebe eine Vermengung. Ist er ferner der Ansicht, zur Besprengung sei kein bestimmtes Quantum erforderlich, so sind ja keine zwei Besprengungen nötig; er ist somit der Ansicht, zur Besprengung sei ein bestimmtes Quantum erforderlich. Ist er ferner der Ansicht, die Besprengungen werden nicht vereinigt, so ist es ja ohne Belang, daß man sie zweimal aufträgt, denn auch wenn sie vereinigt werden, ist es ja nicht ausgemacht, daß dadurch das Quantum vollwird!?

12Reš Laqiš erwiderte: Tatsächlich gibt es eine Vermengung, auch ist zur Besprengung ein bestimmtes Quantum erforderlich, und hier handelt es sich um den Fall, wenn zwei genaue Quantitätenvermischt worden sind.

13Raba erklärte: Tatsächlich gibt es eine Vermengung, auch ist zur Besprengung kein bestimmtes Quantum erforderlich, nur ist dieseine von den Rabbanan auferlegte Maßregelung, damit sich diesnicht einbürgere.

14R. Aši erklärte: Es gibt keine Vermengung, daher trage man zwei Besprengungenauf.

15Man wandte ein: Rabbi sagte: Nach R. Elie͑zer ist die Besprengungin jedem Quantum reinigend, ist für die Besprengung kein bestimmtes Quantumerforderlich, und kann die Besprengung zur Hälfte gültig und zur Hälfte ungültig sein.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.