Sevachim — Blatt 90a
1und man ist bei diesen nicht schuldig wegen Verwerflichem, Übriggebliebenem und Unreinheit; R. A͑qiba sagt, es gebe bei ihnen eine Veruntreuung, und man ist bei diesen schuldig wegen Verwerflichem, Übriggebliebenem und Unreinheit.
2Wahrscheinlich streiten sie über den Fall, wenn man sie zurück hereingebrachthat, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, sie werden durch das Hinausbringen untauglich, und einer ist der Ansicht, sie werden durch das Hinausbringen nicht untauglich.
3R. Papa erwiderte: Über den Fall, wenn man sie zurück hereingebracht hat, streiten sie nicht, sie streiten nur über den Fall, wenn sie sich außerhalb befinden, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, das Sprengen sei beim Hinausgebrachten nicht von Wirkung, und einer ist der Ansicht, das Sprengen sei beim Hinausgebrachten von Wirkung. –
4R. Papa ist es ja aber, welchersagte, daß sie nicht über den Fall streiten, wenn sie sich außerhalb befinden, sondern über den Fall, wenn man sie zurück hereingebracht hat!? –
5Dies [sagte er] von den zwei Broten, die nicht vom Schlachtopfer selber herrühren, hinsichtlich der Opferteile aber, die vom Schlachtopfer selber herrühren, streiten sie über den Fall, wenn sie sich außerhalb befinden.
6DIE GEFLÜGELOPFER GEHEN &C. VOR. Im Gegenteil, das Speisopfer sollte doch vorgehen, denn es wird sowohl von einer Gemeinde als auch von einem einzelnen dargebracht!? – Trotzdem geht das Blutopfer vor.
7DAS SPEISOPFER WEGEN EINER SÜNDE &C. Im Gegenteil, das gespendete Speisopfer sollte doch vorgehen, denn bei diesem sind Öl und Weihrauch erforderlich!? – Trotzdem geht das wegen einer Sünde dargebrachte Speisopfer vor, da es Sühne schafft.
8Sie fragten: Was geht von Speisopfer einer Ehebruchsverdächtigten und einem freiwilligen Speisopfer vor: geht das freiwillige Speisopfer vor, weil bei diesem Öl und Weihrauch erforderlich sind, oder geht das Speisopfer einer Ehebruchsverdächtigten vor, da es zur Klärung der Sünde dargebracht wird? –
9Komm und höre: Das Speisopfer wegen einer Sünde geht dem freiwilligen Speisopfer vor; nur das Speisopfer wegen einer Sünde geht dem freiwilligen Speisopfer vor, nicht aber das Speisopfer einer Ehebruchsverdächtigten. – Nein, es heißt ja nicht: weil es Sühne schafft, sondern: weil es wegen einer Sünde dargebracht wird, und auch dieses wird wegen einer Sünde dargebracht. –
10Komm und höre: Dieses geht jenemvor, weil dieses aus Weizen und jenes aus Gerstedargebracht wird; doch wohl das freiwillige Speisopfer dem Speisopfer einer Ehebruchsverdächtigten. – Nein, das Speisopfer wegen einer Sünde dem Speisopfer einer Ehebruchsverdächtigten.
11Sollte dochschon der Umstand ausreichen, daß das eine Sühne schafft und das andere keine Sühne schafft!? –
12Auch beim freiwilligen Speisopfer, sollte doch schon der Umstand ausreichen, daß bei dem einen Öl und Weihrauch erforderlich sind und beim anderen Öl und Weihrauch nicht erforderlich sind!? Vielmehr nennt er einen von zwei Gründen.
13DAS GEFLÜGEL-SÜNDOPFER GEHT &C. VOR. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Er bringe die zum Sündopfer bestimmte zuerst. Was lehrt dies: lehrt dies etwa, daß diese zuerst dargebracht werde, so heißt es ja:und die andere richte er als Brandopfer her;
14vielmehr ist dies eine Hauptnorm dafür, daß jedes Sündopferdem mit ihm dargebrachten Brandopfer vorangehe; das Geflügel-Sündopfer dem Geflügel-Brandopfer, das Vieh-Sündopfer dem Vieh-Brandopfer, und sogar das Geflügel-Sündopfer dem Vieh-Brandopfer.
15Daß das Geflügel-Sündopfer dem Geflügel-Brandopfer vorangeht, ist zu entnehmen aus: und die zweite; daß das Vieh-Sündopfer dem Vieh-Brandopfer vorangeht, aus der Lehre Rabbis; und daß das Geflügel-Sündopfer dem Vieh-Brandopfer vorangeht, aus der Hauptnorm. –
16Komm und höre: R. Elie͑zer sagte: Überall, wo das Sündopfer wechselt, geht das Sündopfer vor, hierbei abergeht das Brandopfer vor;
17überall, wo [das Sündopfer] wegen einer Sünde dargebracht wird, geht das Sündopfer vor, hierbei aber geht das Brandopfer vor; überall, wo zwei statt einesdargebracht werden, geht das Sündopfer vor, hierbei abergeht das Brandopfervor.
18Raba erwiderte: Nur hinsichtlich der Nennung ließ die Schrift es vorgehen. –
19Komm und höre: Die Farren gehen den Widdern vor, die Widder gehen den Lämmern vor und die Lämmer gehen den Ziegenböcken vor,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.