Sota — Blatt 17a
1WENN ER ZUM SCHREIBEN DER ROLLEKOMMT, SO BEGINNT ER MIT FOLGENDER Stelle:
2wenn kein Mann bei dir gelegen hat &c. falls du aber ausgeschweift bist unter deinem Manne.
3ER SCHREIBE ABER NICHT [DIE WORTE:]der Priester beschwöre die Frau. FERNER SCHREIBE ER:der Herr mache dich zum Fluche und zum Schwure &c.und es komme dieses fluchbringende Wasser in deinen Leib, daß der Bauch anschwelle und die Hüfte schwinde. ER SCHREIBE ABER NICHT [DIE WORTE:]und die Frau spreche: Amen, Amen.
4R. JOSE SAGT, ER UNTERBRECHENICHT.
5R. JEHUDA SAGT, ER SCHREIBE DIES ALLES ÜBERHAUPT NICHT, SONDERN NUR: der Herr mache dich zum Fluche und zum Schwure &c. und es komme dieses fluchbringende Wasser in deinen Leib &c. ER SCHREIBE ABER NICHT: und die Frau spreche: Amen, Amen.
6GEMARA. Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten über folgenden Schriftvers:der Priester schreibe diese Flüche auf ein Blatt.
7R. Meír erklärt: Flüche, das sind die Flücheselbst; dieFlüche, dies schließt die aus den Segnungen hervorgehendenFlüche ein; diese, dies schließt die Flüche im Deuteronomiumaus; die, diese, dies schließt die Vorschriftenund die Bestätigungenaus.
8R. Jose erklärt alles nach dieser Auslegung, nur schließt das diedie Vorschriften und die Bestätigungen ein,
9während R. Meír das die nicht zur Schriftforschung verwendet.
10R. Jehuda erklärt sie alle ausschließend: Flüche, das sind die eigentlichen Flüche; die Flüche, dies schließt die Flüche aus, die aus den Segnungen hervorgehen; diese, dies schließt die Flüche im Deuteronomium aus; die, diese, dies schließt die Vorschriften und die Bestätigungen aus. –
11Wieso erklärt R. Meír [den Artikel] die an der einen Stelle einschließend und an der anderen Stelle ausschließend!? –
12Bei der Einschließung ist auch [der Artikel] die einschließend, bei der Ausschließung ist auch [der Artikel] die ausschließend. –
13R. Meír ist ja aber nicht der Ansicht, daß aus der Bejahung die Verneinung zu folgernsei!?
14R. Tanḥum erwiderte: Es heißt: ersticke.
15R. A͑qiba trug vor: Wenn Mann und Frau würdig sind, so weilt die Göttlichkeit zwischen ihnen, wenn sie nicht würdig sind, so werden sie vom Feuerverzehrt.
16Raba sagte: Das [Feuer] der Frau ist stärker als das des Mannes, denn bei dieser ist es verbunden, bei jenem aber nicht.
17Raba sagte: Weshalb sagte die Tora, daß man für die Ehebruchsverdächtigte Erde hole? Ist sie würdig, so entstammt ihr ein Sohn wie unser Vater Abraham, von dem es heißt:Erde und Asche, ist sie nicht würdig, so kehrt sie zur Erde zurück.
18Raba trug vor: Als Belohnung dafür, daß unser Vater Abraham gesagt hat: ich bin Erde und Asche, sind seinen Kindern zwei Gebote beschieden worden, die Asche der [roten] Kuh und die Erde der Ehebruchsverdächtigten. –
19Es gibt ja noch die Erde zum Bedecken des Blutes!? –
20Durch diese erfolgt nur eine Vervollkommnung des Gebotes, jedoch kein Nutzen.
21Raba trug vor: Als Belohnung dafür, daß unser Vater Abraham gesagt hat:ob von Faden bis Schuhriemen, sind seinen Kindern zwei Gebote beschieden worden, der purpurblaue Fadenund der Riemen der Tephillin. –
22Erklärlich ist dies vom Riemen der Tephillin, denn es heißt:damit alle Völker der Erde sehen, daß du nach dem Namen des Herrn genannt bist, und es wird gelehrt, R. Elie͑zer der Große sagte, das seien die Tephillindes Kopfes,
23welches Bewenden aber hat es mit dem purpurblauen Faden!? – Es wird gelehrt: R. Merí sagte: Womit ist das Purpurblau anders als alle anderen Farben?
24Weil das Purpurblau dem Meere, das Meer der Himmelsveste, und die Himmelsveste dem Throne der Herrlichkeit gleicht, denn es heißt:sie sahen den Gott Jisraéls, und unter seinen Füßen war es wie eine Art Saphirstein, und wie der Himmel selbst an Klarheit, und es heißt:wie das Aussehen des Saphirsteines ist das Aussehen des Thrones.
25MAN SCHREIBE ES WEDER AUF EINE TAFEL NOCH AUF PAPIER NOCH AUF
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.