Sota — Blatt 18a
1Hat man sie auf zwei Blätter geschrieben, so ist sie untauglich, denn der Allbarmherzige spricht von einem Blatte, nicht aber von zwei oder drei Blättern.
2Hat man die Buchstaben einen nach dem anderen geschrieben und verwischt, so ist sie untauglich, denn es heißt: der Priester verfahre mit ihr nach diesem Gesetze.
3Raba fragte: Wie ist es, wenn man zwei Rollen für zwei Ehebruchsverdächtigte geschrieben und sie in einem Gefäße verwischt hat: ist nur das Schreiben auf den richtigen Namen erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder muß auch das Verwischenauf den Namen erfolgen?
4Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, auch das Verwischen müsse auf den richtigen Namen erfolgen, wenn man sie in zwei Gefäßen verwischt und [das Wasser] vermischt hat: ist nur das Verwischen auf den richtigen Namen erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder aber, die eine trinkt nicht ihres und die andere trinkt nicht ihres?
5Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, die eine trinke nicht ihres und die andere trinke nicht ihres, wenn man es wieder geteilt hat: gibt es hierbei eine fiktive Sonderungoder gibt es hierbei keine fiktive Sonderung? – Dies bleibt unentschieden.
6Raba fragte: Wie ist es, wenn man sie durch Bastfasernoder durch ein Rohr trinken ließ: ist dies die Art des Trinkens oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.
7R. Aši fragte: Wie ist es, wenn davon verschüttet worden oder zurückgeblieben ist? – Dies bleibt unentschieden.
8R. Zera sagte im Namen Rabhs: Weshalb werden bei der Ehebruchsverdächtigten zwei Schwüregenannt? Einer vor dem Verwischen der Rolle und einer nach dem Verwischen.
9Raba wandte ein: Die Schrift nennt ja beide vor dem Verwischen der Rolle!? Vielmehr, erklärte Raba, mit einem Schwureist die Verfluchung verbunden, und mit einem Schwure ist die Verfluchung nicht verbunden. –
10Wie lautet der Schwur, mit dem die Verfluchung verbunden ist? R. A͑mram erwiderte im Namen Rabhs: Ich beschwöre dich, ob du dich nicht verunreinigt hast, denn wenn du dich verunreinigt hast, trifft sie dich.
11Raba entgegnete: Der Fluch wird ja besonders und der Schwur besonders[gesprochen]!? Vielmehr, erklärte Raba, [spricht er:] ich beschwöre dich, daß wenn du dich verunreinigt hast, sie dich treffe.
12R. Aši entgegnete: Dies ist ja nur eine Verfluchung und kein Schwur!? Vielmehr, erklärte R. Aši, [spricht er:] ich beschwöre dich, ob du dich nicht verunreinigt hast, und wenn du dich verunreinigt hast, so treffe sie dich.
13WORAUF SPRICHT SIE ZWEIMAL AMEN? AMEN AUF DIE VERFLUCHUNG, AMEN AUF DEN SCHWUR; AMEN INBEZUG AUF DIESENMANN, AMEN INBEZUG AUF EINEN ANDEREN MANN; AMEN, DASS ICH NICHT ALS VERLOBTE, ALS VERHEIRATETE,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.