Sota — Blatt 23a
1WENN SIE SAGT, SIE HABE SICH VERUNREINIGT, WENN ZEUGEN KOMMEN UND BEKUNDEN, DASS SIE SICH VERUNREINIGT HABE, WENN SIE SAGT, SIE WOLLE NICHT TRINKEN, WENN IHR MANN SIE NICHT TRINKEN LASSEN WILL, UND WENN IHR MANN SIE UNTERWEGSBESCHLAFEN HAT;
2FERNER SIND DIE SPEISOPFER DERER,DIE MIT PRIESTERN VERHEIRATET SIND, ZU VERBRENNEN. DAS SPEISOPFER EINER MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATETEN JISRAÉLITIN IST ZU VERBRENNEN, UND DAS SPEISOPFER EINER MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATETEN PRIESTERSTOCHTER IST ZU ESSEN.
3WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN EINEM PRIESTER UND EINER PRIESTERSTOCHTER? DAS SPEISOPFER EINER PRIESTERSTOCHTER WIRD GEGESSEN UND DAS SPEISOPFER EINES PRIESTERS WIRD NICHT GEGESSEN; EINE PRIESTERSTOCHTER WIRDENTWEIHT UND EIN PRIESTER WIRD NICHTENTWEIHT;
4EINE PRIESTERSTOCHTER DARF SICH AN TOTEN VERUNREINIGEN UND EIN PRIESTER DARF SICH AN TOTEN NICHT VERUNREINIGEN; EIN PRIESTER DARF HOCHHEILIGES ESSEN UND EINE PRIESTERSTOCHTER DARF HOCHHEILIGES NICHT ESSEN.
5WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN EINEM MANNE UND EINER FRAU? EIN MANN ENTBLÖSST DAS HAAR UND REISST DAS GEWANDEIN, NICHT ABER ENTBLÖSST EINE FRAU DAS HAAR UND REISST DAS GEWAND EIN; EIN MANN KANN SEINEM SOHNE EIN GELÜBDEAUFERLEGEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHREM SOHNE EIN GELÜBDE AUFERLEGEN; EIN MANN SCHERE SICHFÜR DAS NAZIRAT SEINES VATERS, NICHT ABER SCHERE SICH EINE FRAU FÜR DAS NAZIRAT IHRES VATERS; EIN MANN KANN SEINE TOCHTER VERKAUFEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHRE TOCHTER VERKAUFEN;
6EIN MANN RANN SEINE TOCHTER VERLOBEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHRE TOCHTER VERLOBEN; EIN MANN WIRD NACKT GESTEINIGT, NICHT ABER WIRD EINE FRAU NACKT GESTEINIGT; EIN MANN WIRDAUFGEHÄNGT, NICHT ABER WIRD EINE FRAU AUFGEHÄNGT; EIN MANN WIRD UM SEINEN DIEBSTAHL[ALS SKLAVE] VERKAUFT, NICHT ABER WIRD EINE FRAU UM IHREN DIEBSTAHL VERKAUFT.
7GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Die Speisopfer aller, die mit einem Priester verheiratet sind, sind zu verbrennen. Wenn zum Beispiel die Tochter eines Priesters, eines Leviten oder eines Jisraéliten mit einem Priester verheiratet ist, so darf ihr Speisopfer nicht gegessen werden, weil er daran beteiligtist, auch nicht als Ganzopferdargebracht werden, weil sie daran beteiligt ist, vielmehr ist die Handvoll besonders und das Zurückbleibende besonders darzubringen. –
8Man sollte doch hierbei berücksichtigen, daß alles, wovon ein Teil aufs Feuerkommt, dem Verbote des Aufräucherns unterliege!? R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n b. Pazi, erwiderte: Man verbrenne es als Brennholz. Dies nach R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte:Zum wohlgefälligen Geruche, als solches darfst du esnicht hinaufbringen, wohl aber darfst du es als Brennholz hinaufbringen. –
9Einleuchtend ist es nach R. Elie͑zer, der dieser Ansicht ist, wie ist es aber nach den Rabbanan zu erklären, die nicht dieser Ansicht sind!? – Man verfahre damit nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte, die Hand voll werde besonders dargebracht und das Zurückbleibende über den Aschenraum verstreut.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.