Sota — Blatt 23b
1Und auch die Rabbanan streiten gegen R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n nur hinsichtlich des Sünderspeisopfers eines Priesters, das zur Darbringung geeignetist, hierbei aber pflichten auch die Rabbanan bei.
2EINER &C. VERHEIRATETEN JISRAÉLITIN &C. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:und jedes Speisopfer eines Priesters ist ein Ganzopfer, es darf nicht gegessen werden; eines Priesters, nicht aber einer Priesterstochter.
3EINE PRIESTERSTOCHTER WIRD ENTWEIHT UND EIN PRIESTER WIRD NICHT ENTWEIHT. Woher dies? – Die Schrift sagt:Damit er seinen Samen unter seinem Volke nicht entweihe, sein Samen wirdentweiht, nicht aber wird er selbst entweiht.
4EINE PRIESTERSTOCHTER DARF SICH VERUNREINIGEN &C. Aus welchem Grunde? Die Schrift sagt:sprich zu den Priestern, den Söhnen Ahrons; den Söhnen Ahrons, nicht aber den Töchtern Ahrons.
5EIN PRIESTER DARF HOCHHEILIGES ESSEN. Denn es heißt:jedes Männliche unter den Kindern Ahrons.
6WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN EINEM MANNE &C. Die Rabbanan lehrten:Mann, ich weiß dies nur von einem Manne, woher dies von einer Frau? Es heißt:und der Aussätzige, an dem,
7somit wird hier von zweiengesprochen. Das Wort Mann bezieht sich auf das folgende: nur ein Mann entblößt &c.
8EIN MANN KANN SEINEM SOHNE EIN GELÜBDE AUFERLEGEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHREM SOHNE EIN GELÜBDE AUFERLEGEN. R. Joḥanan sagte: Dies ist eine überlieferte Halakha beim Nazir. EIN MANN SCHERE SICH FÜR DAS NAZIRAT SEINES VATERS, NICHT ABER SCHERE SICH EINE FRAU FÜR DAS NAZIRAT IHRES VATERS. R. Joḥanan sagte: Dies ist eine überlieferte Halakha beim Nazir.
9EIN MANN KANN SEINE TOCHTER VERLOBEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHRE TOCHTER VERLOBEN. Denn es heißt: meine Tochter habe ich diesem Manne gegeben. EIN MANN KANN SEINE TOCHTER VERKAUFEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHRE TOCHTER VERKAUFEN. Denn es heißt:wenn ein Mann seine Tochter verkauft.
10EIN MANN WIRD NACKT GESTEINIGT &C. Aus welchem Grunde? – [Es heißt:]sie sollen ihn steinigen. Was ist unter ihn zu verstehen: wollte man sagen, ihn und nicht sie, so heißt es ja:so sollst du jenen Mann oder jene Frau hinausführen!? Vielmehr, ihn ohne Kleidung, nicht aber sie ohne Kleidung.
11EIN MANN WIRD AUFGEHÄNGT, NICHT ABER &C. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:und man ihn auf einem Galgen aufgehängt hat; ihn und nicht sie.
12EIN MANN WIRD UM SEINEN DIEBSTAHL VERKAUFT, NICHT ABER WIRD EINE FRAU UM IHREN DIEBSTAHL VERKAUFT. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:so werde er um seinen Diebstahl verkauft; um seinen Diebstahl, nicht aber um ihren Diebstahl.
13DIE VERLOBTE UND DIE ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE TRINKEN NICHT UND ERHALTEN NICHT DIE MORGENGABE, DENN ES HEISST: wenn eine Frau unter ihrem Manne abschweift; AUSGENOMMEN DIE VERLOBTE UND DIE ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE.
14DIE MIT DEM HOCHPRIESTER VERHEIRATETE WITWE, DIE MIT EINEM GEMEINEN PRIESTER VERHEIRATETE GESCHIEDENE ODER ḤALUÇA, DAS MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATETE HURENKIND
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.