Sukka — Blatt 19b

1der dünne Schlamm beweist dies: er wird zum Maße von vierzig Seá mitvereinigt, jedoch wird dem, der darin untertaucht, das Tauchbad nicht angerechnet.

2WENN JEMAND SEINE FESTHÜTTE NACH DER ART EINER BINSENHÜTTE MACHT, ODER AN EINE WAND LEHNT, SO IST SIE NACH R. ELIE͑ZER UNBRAUCHBAR, WEIL SIE KEIN DACH HAT, UND NACH DEN WEISEN BRAUCHBAR.

3GEMARA. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer pflichtet jedoch bei, daß, wenn man sie eine Handbreite vom Boden hochhebt, beziehungsweise eine Handbreite von der Wand abstehen läßt, sie brauchbar sei. –

4Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schräge des Zeltes gilt als Zelt.

5Abajje traf R. Joseph in der Festhütte unter einem Brautbaldachin schlafen. Da sprach er zu ihm: Also nach R. Elie͑zer; du läßt also die Rabbanan und verfährst nach R. Elie͑zer!? –

6Dieser erwiderte: Eine Barajtha lehrt entgegengesetzt: so ist sie nach R. Elie͑zer brauchbar und nach den Weisen unbrauchbar. – Du läßt die Mišna und verfährst nach einer Barajtha!?

7Dieser erwiderte: Die Mišna ist von einem Einzelnen, denn es wird gelehrt: Wenn jemand eine Festhütte nach der Art einer Binsenhütte macht, oder an eine Wand lehnt, so ist sie, wie R. Nathan lehrt, nach R. Elie͑zer unbrauchbar, weil sie kein Dach hat, und nach den Weisen brauchbar.

8EINE GROSSE ROHRMATTE IST, WENN MAN SIE ALS UNTERLAGE GEFERTIGT HAT, FÜR DIE UNREINHEIT EMPFÄNGLICH UND ZUR HÜTTENBEDACHUNG UNBRAUCHBAR, UND WENN ALS BEDACHUNG, ZUR HÜTTENBEDACHUNG BRAUCHBAR UND FÜR DIE UNREINHEIT NICHT EMPFÄNGLICH. R. ELIE͑ZER SAGT, OB EINE KLEINE ODER EINE GROSSE: HAT MAN SIE ALS UNTERLAGE GEFERTIGT, SO IST SIE FÜR DIE UNREINHEIT EMPFÄNGLICH UND ZUR HÜTTENBEDACHUNG UNBRAUCHBAR, UND WENN ALS BEDACHUNG, ZUR HÜTTENBEDACHUNG BRAUCHBAR UND FÜR DIE UNREINHEIT NICHT EMPFÄNGLICH.

9GEMARA. Dies widerspricht sich ja selbst: er sagt, daß, wenn man sie als Unterlage gefertigt hat, sie für die Unreinheit empfänglich und zur Hüttenbedachung unbrauchbar sei, nur wenn man sie als Unterlage gefertigt hat, ohne Bestimmung aber gilt sie als Bedachung,

10und später lehrt er, daß, wenn man sie als Bedachung gefertigt hat, sie zur Hüttenbedachung brauchbar und für die Unreinheit nicht empfänglich sei, nur wenn man sie als Bedachung gefertigt hat, ohne Bestimmung aber gilt sie als Unterlage!? –

11Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von einer großen und das andere von einer kleinen. –

12Allerdings besteht nach den Rabbanan kein Widerspruch, nach R. Elie͑zer aber besteht ja der Widerspruch!? Es wird ja gelehrt: R. Elie͑zer sagt, ob eine kleine oder eine große; hat man sie als Unterlage gefertigt, so ist sie für die Unreinheit empfänglich und zur Hüttenbedachung unbrauchbar, nur wenn man sie als Unterlage gefertigt hat, ohne Bestimmung aber gilt sie als Bedachung;

13im Schlußsatze aber heißt es, daß, wenn man sie zur Bedachung gefertigt hat, sie als Hüttenbedachung brauchbar und für die Unreinheit nicht empfänglich sei, nur wenn man sie zur Bedachung gefertigt hat, ohne Bestimmung aber gilt sie als Unterlage!?

14Vielmehr, erklärte Raba, hinsichtlich einer großen stimmen sie überein, daß sie ohne Bestimmung als Bedachung gelte, sie streiten nur über eine kleine; der erste Tanna ist der Ansicht, eine kleine gelte ohne Bestimmung als Unterlage, und R. Elie͑zer ist der Ansicht, auch eine kleine ohne Bestimmung gelte als Bedachung.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.