Sukka — Blatt 20a
1Er meint es wie folgt: eine große Rohrmatte ist, wenn man sie als Unterlage gefertigt hat, für die Unreinheit empfänglich und zur Hüttenbedachung unbrauchbar; nur wenn man sie als Unterlage gefertigt hat, ohne Bestimmung ist es ebenso, als hätte man sie als Bedachung gefertigt, und sie ist zur Hüttenbedachung brauchbar. Eine kleine ist, wenn man sie als Bedachung gefertigt hat, zur Hüttenbedachung brauchbar; nur wenn man sie als Bedachung gefertigt hat, ohne Bestimmung ist es ebenso, als hätte man sie als Unterlage gefertigt, und sie ist zur Hüttenbedachung unbrauchbar. Hierzu sagte R. Elie͑zer: ob eine kleine oder eine große, sie ist ohne Bestimmung zur Hüttenbedachung brauchbar.
2Abajje sprach zu ihm: Wieso sagt R. Elie͑zer demnach ‘ob eine kleine oder auch eine große’, er müßte ja sagen ‘ob eine große oder eine kleine’!?
3Ferner streiten sie ja überhaupt nur über eine große, und R. Elie͑zer ist erschwerend!? Es wird nämlich gelehrt: Eine große Rohrmatte darf man zur Hüttenbedachung verwenden; R. Elie͑zer sagt, ist sie für die Unreinheit nicht empfänglich, so darf man sie zur Hüttenbedachung verwenden.
4Vielmehr, erklärte R. Papa, hinsichtlich einer kleinen stimmen sie überein, daß sie ohne Bestimmung als Unterlage gelte, sie streiten nur über eine große; der erste Tanna ist der Ansicht, eine große ohne Bestimmung gelte als Bedachung, und R. Elie͑zer ist der Ansicht, auch eine große ohne Bestimmung gelte als Unterlage. –
5Was bedeuten [seine Worte] ‘hat man sie als Unterlage gefertigt’? – Er meint es wie folgt: auch ohne Bestimmung gilt sie als Unterlage, es sei denn, man hat sie zur Bedachung gefertigt.
6Die Rabbanan lehrten: Eine große Matte aus Binsen oder Bast darf zur Hüttenbedachung verwendet werden, eine kleine darf zur Hüttenbedachung nicht verwendet werden; eine aus Rohr oder Schilf darf, wenn sie geflochten ist, zur Hüttenbedachung verwendet werden, und wenn sie gewebt ist, nicht zur Hüttenbedachung verwendet werden.
7R. Jišma͑él b. Jose sagte im Namen seines Vaters: Sowohl diese als auch jene darf zur Hüttenbedachung verwendet werden. Mit seinen Worten übereinstimmend sagte es auch R. Dosa.
8Dort haben wir gelernt: Alle Matten sind durch eine Leiche verunreinigungsfähig – so R. Dosa; die Weisen sagen, durch Auftreten. –
9Nur durch Auftreten, und nicht durch eine Leiche, wir haben ja gelernt: Alles, was durch Auftreten verunreinigungsfähig ist, ist auch durch eine Leiche verunreinigungsfähig!? – Sage: auch durch Auftreten. –
10Welche Matten sind es? R. Evdämi b. Hamduri erklärte: Marzuble. – Was heißt Marzuble? R. Abba erwiderte: Mazbele. R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte: Einfache Matten.
11Reš Laqiš vertritt hiermit seine Ansicht, denn Reš Laqiš sagte: Ich will die Sühne für R. Ḥija und seine Söhne sein. Als die Tora zuerst bei Jisraél in Vergessenheit geriet, kam E͑zra aus Babylonien und begründete sie; später geriet sie abermals in Vergessenheit, und Hillel, der Babylonier, kam und begründete sie; und als sie wiederum in Vergessenheit geriet, kamen R. 1e24 und seine Söhne und begründeten sie wieder. Und R. Hija und seine Söhne sagten folgendes: R. Dosa und die Weisen streiten nicht über die Matten aus Uša,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.