Sukka — Blatt 21a

1Er folgert dies durch [das Wort] Zelt von der Stiftshütte; hier heißt es: folgende Lehre gilt, wenn jemand in einem Zelle stirbt, und da heißt es: er spannte das Zelt über die Stiftshütte aus; wie da durch Menschenhände, ebenso hierbei durch Menschenhände. – Und die Rabbanan!? – Es heißt wiederholt Zelt, einschließend. –

2R. Jehuda ist also der Ansicht, ein Zelt, das nicht durch Menschenhände gemacht ist, gelte nicht als Zelt; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: In Jerušalem waren auf Felsen gebaute Höfe, die unterhöhlt waren, wegen eines etwaigen unterirdischen Grabes, dahin brachte man schwangere Frauen, die da niederkamen und ihre Söhne zur [Wartung der roten] Kuh großzogen.

3Nun brachte man da Ochsen mit Holztafeln auf den Rücken, und auf diese setzte man die Kinder hinauf; sie hatten steinerne Becher in den Händen, und als sie zum [Fluße] Šiloaḥ herankamen, stiegen sie ins Wasser und füllten sie, sodann kamen sie herauf und saßen wieder auf. R. Jose sagte: Wegen eines etwaigen unterirdischen Grabes ließen sie sie von ihren Plätzen aus herunter und füllten sie.

4Hierzu wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Man holte keine Holztafeln, sondern nur Ochsen. Ochsen bilden ja ein nicht durch Menschenhände gemachtes Zelt, dennoch lehrt er, daß man nach R. Jehuda keine Holztafeln, sondern nur Ochsen holte!?

5Als R. Dimi kam, erklärte er im Namen R. Elea͑zars: R. Jehuda pflichtet bei, wenn [das Zelt] Faustgröße hat. Ebenso wird auch gelehrt: Bei Schluchten und Felsspalten pflichtet R. Jehuda bei.

6Eine Holztafel hat ja viele Faustgrößen, dennoch lehrt er, daß man, wie R. Jehuda sagt, keine Holztafeln sondern nur Ochsen holte!? Abajje erwiderte: Man brauchte keine Holztafeln zu holen.

7Raba erwiderte: Man holte überhaupt keine Holztafeln, weil ein Kind übermütig ist, und es könnte den Kopf oder eines seiner Glieder hervorstrecken und durch ein etwaiges

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.