Sukka — Blatt 34a
1Abba Šaúl sagte: Weiden, zwei, eine für den Feststrauß, und eine für [die Prozession] im Tempel. –
2Woher wissen es die Rabbanan von [der Bachweide] im Tempel? – Es ist eine überlieferte Lehre. R. Aši sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Die [Lehren von den] zehn Setzlingen, der Bachweide und [der Prozession] des Wassergießens sind Moše am Sinaj überlieferte Halakhoth.
3Die Rabbanan lehrten: Bachweiden, die am Bache wachsen, ausgenommen die Çaphçapha, die zwischen den Bergen wächst. R. Zera sprach: Hierauf deutet folgender Schriftvers: was an vielem Gewässer wächst, machte er zur Çaphçapha.
4Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist dies eine Erklärung: was an vielem Gewässer wächst, das ist nämlich die Çaphçapha!? – Was heißt demnach machte er!? R. Abahu sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich dachte, die Jisraéliten werden vor mir wie das sein, was an vielem Gewässer wächst, nämlich die Bachweide, sie aber machen sich zur Çaphçapha zwischen den Bergen.
5Manche setzen diesen Vers in die Barajtha selbst: was an vielem Gewässer wächst, machte er zur Çaphçapha. R. Zera wandte ein: Vielleicht ist dies eine Erklärung: was an vielem Gewässer wächst, das ist nämlich die Çaphçapha!? – Was heißt demnach machte er!? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich dachte, die Jisraéliten werden vor mir wie das sein, was an vielem Gewässer wächst, nämlich die Bachweide, und sie machten sich zur Çaphçapha zwischen den Bergen.
6Die Rabbanan lehrten: Welche heißt Bachweide und welche heißt Çaphçapha? Bei der Bachweide ist der Stiel rot und das Blatt länglich mit glattem Rande, bei der Çaphçapha ist der Stiel weiß und das Blatt rund mit sichelartigem Rande. – Es wird ja aber gelehrt: Gleicht [der Rand] einer Sichel, ist sie tauglich, gleicht er einer Säge, so ist sie untauglich!? Abajje erwiderte: Was dort gelehrt wird, bezieht sich auf die Schilfweide.
7Abajje sagte: Hieraus zu entnehmen, daß die Schilfweide als Hoša͑na tauglich ist. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, sie sei untauglich, weil sie einen Beinamen hat, so lehrt er uns. –
8Vielleicht ist dem auch so!? – Der Allbarmherzige sagt Bachweiden, jede Art.
9R. Ḥisda sagte: Folgende drei Dinge haben nach der Zerstörung des Tempels ihre Namen gewechselt: Schilf weide statt Bachweide und Bachweide statt Schilfweide. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Feststraußes. –
10Blashorn statt Trompete und Trompete statt Blashorn. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Blashorns zum Neujahrsfeste. –
11Tisch statt Tischchen und Tischchen statt Tisch. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Im Handel.
12Abajje sagte: Auch wir wollen manches nennen: Pansen statt Blättermagen und Blättermagen statt Pansen. –
13In welcher Beziehung ist dies von Bedeutung? – Wenn man eine Nadel in der Wandung des Pansen findet.
14Raba b. Joseph sagte: Auch wir wollen manches nennen: Borsippa statt Babylon und Babylon statt Borsippa.– In welcher
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.