Sukka — Blatt 36b
1Und nichts weiter [darüber].
2«Hat man ihn in einer Form gezogen, sodaß er eine andere Gestalt erhalten hat.» Raba sagte: Dies nur, wenn er eine andere Gestalt erhalten hat, in seiner gewöhnlichen Gestalt aber ist er tauglich. – Selbstverständlich, es heißt ja: eine andere Gestalt!? – In dem Falle, wenn er bretterartig wurde.
3Es wurde gelehrt: Von einem Etrog, den Mäuse angenagt haben, sagte Rabh, er sei nicht ‘prächtig’. – Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥanina aß ja davon und genügte damit seiner Pflicht!? – Gegen R. Ḥanina ist ja aus unserer Mišna einzuwenden!? –
4Gegen R. Ḥanina ist aus unserer Mišna nichts einzuwenden, denn diese spricht vom ersten Tage, und er [tat dies] am zweiten Tage, aber gegen Rabh ist ja [aus dem Verfahren R. Ḥaninas] einzuwenden!? – Rabh kann dir erwidern: anders ist das [Annagen von] Mäusen, denn dies ist widerwärtig.
5Manche lesen: Rabh sagte, ein solcher sei ‘prächtig’, denn R. Ḥanina aß davon und genügte damit seiner Pflicht. – Gegen R. Ḥanina ist ja aber aus unserer Mišna einzuwenden!? – Das ist kein Einwand; diese spricht vom ersten Tage, er aber [tat dies] am zweiten Tage.
6DES KLEINSTEN ETROG &C. Raphram b. Papa sagte: Wie sie den Streit über diesen führen, so führen sie den Streit über die eckigen Steine. Es wird nämlich gelehrt: Drei eckige Steine darf man am Šabbath nach dem Aborte bringen. In welcher Größe? R. Meír sagt, in der einer Nuß, R. Jehuda sagt, in der eines Eies.
7DES GROSSEN, DASS MAN HALTEN &C. Es wird gelehrt: R. Jehuda erzählte: Einst kam R. A͑qiba ins Bethaus mit einem Etrog auf der Schulter; da sprachen sie zu ihm: Dieser ist nicht ‘prächtig’. R. Jose erwiderte: Soll dies ein Beweis sein!? Nur sie sagten zu ihm, dieser sei nicht ‘prächtig’.
8MAN DARF DEN FESTSTRAUSS NUR MIT GLEICHARTIGEM ZUSAMMENBINDEN – SO R. JEHUDA; R. MEÍR SAGT, SOGAR MIT EINER SCHNUR. R. MEÍR SPRACH: DIE LEUTE IN JERUŠALEM PFLEGTEN JA IHRE FESTSTRÄUSSE MIT GOLDTRESSEN ZUSAMMENZUBINDEN. JENE ERWIDERTEN IHM: UNTEN BANDEN SIE SIE MIT GLEICHARTIGEM ZUSAMMEN.
9GEMARA. Raba sagte: Auch mit Bast und auch mit Rinde der Palme. Ferner sagte Raba: Was ist der Grund R. Jehudas? Er ist der Ansicht, der Feststrauß benötige des Zusammenbindens, und wenn man eine andere Art verwendet, so sind es fünf Arten.
10Ferner sagte Raba: Woher entnehme ich, daß Bast und Rinde der Palme zur Art des Feststraußes gehören? Es wird gelehrt: In Hütten sollt ihr wohnen, in einer Hütte, gleichviel woraus – so R. Meír; R. Jehuda sagt, die Festhütte dürfe nur aus einer der vier Arten des Feststraußes hergestellt sein. Dies ist auch durch einen Schluß zu beweisen: wenn zum Feststrauße, der nicht in den Nächten wie an den Tagen Geltung hat, die vier Arten erforderlich sind, um wieviel mehr sind zur Festhütte, die in den Nächten wie an den Tagen Geltung hat, die vier Arten erforderlich.
11Man erwiderte ihm: Ein Schluß, der zur Erschwerung gefolgert wird, aber eine Erleichterung zur Folge hat, ist kein Schluß;
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.