Sukka — Blatt 36a
1das eine vollständig, das andere teilweise.
2ODER GEPLATZT, ODER HAT ER EIN LOCH. U͑la b. Ḥanina lehrte: Ein durchgehendes Loch irgend wie groß, ein nicht durchgehendes in der Größe eines Assar.
3Raba fragte: Wie ist es, wenn am Etrog Zeichen der Totverletzung entstehen? – Was ist ihm fraglich: wenn entschalt, so haben wir es ja gelernt, wenn geplatzt, so haben wir es ja gelernt, und wenn durchlocht, so haben wir es ja gelernt!? –
4Ihm ist der Fall fraglich, den U͑la im Namen R. Joḥanans lehrte: Wenn die Lunge sich wie ein Wasserkrug schüttelnl äßt, so ist es tauglich. Hierzu sagte Raba: Dies nur, wenn die Bronchien intakt sind, wenn aber die Bronchien nicht intakt sind, ist es totverletzt. Wie ist es nun hierbei: gilt dies nur [bei der Lunge], die der Luft nicht ausgesetzt ist und heilen kann, nicht aber bei diesem, der der Luft ausgesetzt ist und verfault, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –
5Komm und höre: Der aufgedunsene, faule, eingelegte, gesottene, sowie der äthiopische, weiße und scheckige Etrog ist untauglich. Der kugelrunde Etrog ist untauglich; manche sagen, auch der Zwilling. Der unreife Etrog ist nach R. A͑qiba untauglich und nach den Weisen tauglich. Hat man ihn in einer Form gezogen, sodaß er eine andere Gestalt erhalten hat, so ist er untauglich.
6Hier wird also vom aufgedunsenen und vom faulen gelehrt; doch wohl aufgedunsen von außen und faul von innen. – Nein, beides von außen, dennoch ist nichts einzuwenden; eines, wenn er aufgedunsen ist, ohne faul zu sein, und eines, wenn er faul ist, ohne aufgedunsen zu sein.
7Der Meister sagte: Der äthiopische Etrog ist untauglich. – Es wird ja aber gelehrt, der äthiopische sei tauglich, der dem äthiopischen ähnliche sei untauglich!? Abajje erwiderte: Unsere Mišna spricht eben von einem dem äthiopischen ähnlichen. Raba erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine für uns, das andere für sie.
8«Der unreife Etrog ist nach R. A͑qiba untauglich und nach den Weisen tauglich.» Rabba sagte: R. A͑qiba und R. Šimo͑n sagten das gleiche. R. A͑iqba lehrte das, was wir eben gesagt haben, was R. Šimo͑n? – Wir haben gelernt: Nach R, Šimo͑n sind die Etrogim [zehnt]frei, solange sie klein sind.
9Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist dem nicht so: R. A͑qiba ist dieser Ansicht nur hierbei, da ein ‘prächtiger’ erforderlich ist, was ein solcher nicht ist, dort aber ist er der Ansicht der Rabbanan;
10oder aber: R. Šimo͑n ist dieser Ansicht nur dort, da es heißt: von allem Ertrag deiner Aussaat sollst da den Zehnten entrichten, nur wie die Leute sie zur Aussaat zu verwenden pflegen, hierbei aber ist er der Ansicht der Rabbanan!?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.