Sukka — Blatt 37b

1Es ist also gültig, wenn man sie [aus dieser] hineinschüttet. Wieso denn, der Allbarmherzige sagt ja; er nehme und schütte? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß das Anfassen mit etwas anderem Anfassen heiße.

2Ferner sagte Rabba: Man stecke nicht den Palmenzweig in die Hoša͑na, weil dadurch die Blätter zwischenfallen und eine Trennung bilden könnten. Raba aber sagt, Gleichartiges bilde keine Trennung.

3Ferner sagte Rabba: Man schneide vom Palmenzweig nichts ab, wenn er mit der Hoša͑na zusammengebunden ist, weil dazwischen die. Blätter sich lösen und eine Trennung bilden. Raba aber sagt, Gleichartiges bilde keine Trennung.

4Ferner sagte Rabba: An der Myrte des Gebotes darf man nicht riechen, am Etrog des Gebotes darf man wohl riechen. – Aus welchem Grunde? – Die Myrte ist zum Riechen bestimmt, und sobald man sie abgesondert hat, hat man sie vom Riechen abgesondert; der Etrog aber ist zum Essen bestimmt, und sobald man ihn abgesondert hat, hat man ihn nur vom Essen abgesondert.

5Ferner sagte Rabba: An einer [am Strauche] haftenden Myrte darf man [am Feste] riechen, an einem [am Baume] haftenden Etrog darf man nicht riechen. – Aus welchem Grunde? – Die Myrte ist zum Riechen bestimmt, und auch, wenn man dies erlaubt, wird man zum Abtrennen derselben nicht verleitet, der Etrog aber ist zum Essen bestimmt, und wenn man dies erlauben würde, könnte man zum Abpflücken desselben verleitet werden.

6Ferner sagte Rabba: Man halte den Feststrauß in der Rechten und den Etrog in der Linken. – Aus welchem Grunde? – Jener faßt drei Gebote, dieser aber nur ein Gebot. R. Jirmeja sprach zu R. Zeriqa: Weshalb sagt man im Segensspruche nur ‘des Nehmens des Palmenzweiges’? – Weil dieser höher ist als jene alle. – Man kann ja den Etrog höher halten und den Segen [über ihn] sprechen!? Dieser erwiderte: Jener ist an sich höher als die anderen.

7AN WELCHER STELLE [IM LOBLIEDE] SCHÜTTELTE MAN IHN? BEI [DEN WORTEN] ‘DANKET DEM HERRN’, AM BEGINNE UND AM SCHLUSSE [DES ABSCHNITTES], UND BEI [DEN WORTEN] ‘ACH, HERR HILF DOCH!’ – SO DIE SCHULE HILLELS; DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, AUCH BEI [DEN WORTEN] ‘ACH, HERR, LASS GELINGEN’. R. A͑QIBA SPRACH: ICH BEOBACHTETE R. GAMLIÉL UND R. JEHOŠUA, UND WÄHREND DAS GANZE VOLK DIE FESTSTRÄUSSE SCHÜTTELTE, SCHÜTTELTEN SIE DIESE NUR BEI [DEN WORTEN] ‘ACH, HERR, HILF DOCH!’

8GEMARA. Wer spricht vom Schütteln? – Dortheißt es: ein Palmenzweig, der drei Handbreiten hat, daß man ihn schütteln kann, ist tauglich, und hierzu fragt er, an welcher Stelle man ihn schüttle.

9Dort wird gelehrt: Wie verfuhr er mit den zwei Broten und den zwei Lämmern am Wochenfeste? Er legte die zwei Brote auf die zwei Lämmer und schob beide Hände unter sie, sodann hob er sie hoch und schwang sie hin und her, nach oben und nach unten, denn es heißt: die geschwungen und hochgehoben wurden.

10R. Joḥanan sagte: Hin und her, für den, dessen die vier Himmelsrichtungen sind; nach oben und nach unten, für den, dessen Himmel und Erde sind. Im Westen lehrten sie wie folgt: R. Ḥama b. U͑qaba sagte im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina: Hin und her, um die bösen Winde zurückzuhalten; nach oben und nach unten, um böse Taue zurückzuhalten. R. Jose b. Abin, nach anderen R. Jose b. Zebida, sagte: Dies besagt,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.