Sukka — Blatt 49a
1Der Altar nämlich, dem die Rampe, ein Horn, das Fundament oder die Viereckigkeit fehlt, ist für den Opferdienst untauglich. R. Jose b. Jehuda sagte, auch der Sims gehöre dazu.
2Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Die Abflußkanäle waren bereits seit den sechs Schöpfungstagen vorhanden, denn es heißt: die Wölbungen deiner Hüften sind wie Halsgeschmeide, das Werk von Künstlerhänden; die Wölbungen deiner Hüften, das sind die Abflußkanäle; wie Halsgeschmeide, die durchhöhlt sindund bis zum Abgrunde reichen; das Werk von Künstlerhänden, das Kunstwerk des Heiligen, gepriesen sei er. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Berešith [am Anfang]; man lese nicht berešith, sondern bara šith [er schuf den Abflußkanal].
3Es wird gelehrt: R. Jose sagt: Die Abflußkanäle sind durchhöhlt und reichen bis zum Abgrunde. Es heißt: Ich will meinem Freunde singen, das Lied meines Liebsten von seinem Weinberge. Mein Freund besaß einen Weinberg auf fetter Bergeshöhe. Und er behackte ihn und entsteinte ihn und bepflanzte ihn mit Edelreben. Einen Turm baute er mitten in ihm und hieb auch eine Kufe in ihm aus. Und bepflanzte ihn mit Edelreben, das ist der Tempel; einen Turm baute er mitten in ihm, das ist der Altar; und hieb auch eine Kufe in ihm aus, das sind die Abflußkanäle.
4Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Çadoq sagte: Zwischen der Rampe und dem Altar, an der Westseite der Rampe, war ein kleiner Schacht, und einmal in siebzig Jahren pflegten die Priesterjünglinge da hinabzusteigen, den gleich getrockneten Feigen geronnenen Wein zu sammeln und ihn in Heiligkeit zu verbrennen, denn es heißt: in Heiligkeit ist das Rauschtrank-Gußopfer dem Herrn zu gießen;
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.