Tamid — Blatt 26b

1IM EUTINOSRAUME, IM FUNKENRAUME. Sie fragten: Waren sie wirkliche Söller oder waren sie nur hoch wie Söller? –

2Komm und höre: Wir haben gelernt: In der Nordseite das Funkentor, es war wie eine Art Säulenhalle, und darüber ein Söller gebaut; oben hielten die Priester Wache und die Leviten unten. –

3Woher dies!? – Die Rabbanan lehrten:Sie sollen sich dir anschließen und dich bedienen; die Schrift spricht von deinem Dienste.

4Du sagst, von deinem Dienste, vielleicht ist dem nicht so, sondern von ihrem Dienste? Wenn es heißt:sie sollen sich dir anschließen und wahren, all seine Geräte und all seinen Dienst, so spricht ja die Schrift von ihrem Dienste, worauf beziehe ich nun [die Worte,] sie sollen sich dir anschließen und dich bedienen? Sie spricht also von deinem Dienste. Dies ist wie folgt zu erklären: die Priester hielten oben Wache und die Leviten unten.

5DER BRANDRAUM WAR EIN GEWÖLBE, EIN GROSSER RAUM.

6War denn im Brandraume nur eine Wache, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Der Brandraum hatte zwei Tore, einer führte nach dem Zwinger und einer führte nach dem Vorhofe. R. Jehuda sagte: Der nach dem Vorhofe führte, hatte eine kleine Pforte, durch die man trat, um im Tempelhof Umschau zu hallen. Abajje erwiderte: Da sie sich nebeneinander befanden, so genügte eine Wache für beide; sie beobachtete dahin und beobachtete dorthin.

7RINGSUM VON STEINERNEN STUFENABSÄTZEN UMGEBEN. Die Absätze sind ja [vorspringende] Halbsteine, die zu der Pritsche führten; aber durften denn die Steine geteilt werden, es heißt ja: das Haus, als es erbaut wurde, aus ganzen Steinen &c.!?

8Abajje erwiderte: Sie wurden vorher hergerichtet und herangeschafft, kleine Steine und große Steine, wie es heißt: Steine von zehn Ellen und Steine von acht Ellen.

9DA SCHLIEFEN DIE ÄLTESTEN DER PRIESTERWACHE. Weshalb denn, man sollte doch Betten hineingebracht haben!? Abajje erwiderte: Es ist nicht schicklich, Betten in den Tempel zu bringen.

10DIE JUNGPRIESTER ABER HATTEN JEDER SEIN POLSTER AUF DER ERDE. Weshalb nennt er sie dort [Priester]knaben,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.