Tamid — Blatt 31b
1DER ERSTE MIT DEM KOPFE UND EINEM HINTERFUSSE, DEN KOPF IN DER RECHTEN, DIE SCHNAUZE GEGEN DEN ARM, DIE HÖRNER ZWISCHEN DEN FINGERN UND DIE SCHLACHTSTELLE MIT DEM SCHMERE DARAUF NACH OBEN, UND DEN RECHTEN HINTERFUSS IN DER LINKEN, MIT DER HAUTSTELLE NACH AUSSEN. DER ZWEITE MIT DEN BEIDEN VORDERFÜSSEN, DEN RECHTEN IN DER RECHTEN UND DEN LINKEN IN DER LINKEN, MIT DER HAUTSEITE NACH AUSSEN.
2DER DRITTE MIT DEM STEISSE UND EINEM HINTERFUSSE, DEN STEISS IN DER RECHTEN, DER FETTSCHWANZ ZWISCHEN DEN FINGERN BAMMELND UND DER LEBERLAPPEN UND DIE BEIDEN NIEREN DARAN, UND DEN LINKEN HINTERFUSS IN DER LINKEN, MIT DER HAUTSEITE NACH AUSSEN. DER VIERTE MIT DER BRUST UND DEM HALSSTÜCKE, DIE BRUST IN DER RECHTEN UND DAS HALSSTÜCK IN DER LINKEN, DIE RIPPEN ZWISCHEN ZWEI FINGERN. DER FÜNFTE MIT DEN BEIDEN FLANKEN, DIE RECHTE IN DER RECHTEN UND DIE LINKE IN DER LINKEN, MIT DER HAUTSEITE NACH AUSSEN. DER SECHSTE MIT DEM GEWEIDE IN EINER SCHALE, UND OBEN DIE UNTERSCHENKEL.
3DER SIEBENTE MIT DEM MEHL, DER ACHTE MIT DEM PFANNENOPFER UND DER NEUNTE MIT DEM WEINE. HIERAUF GINGEN SIE UND LEGTEN SIE AUF DIE UNTERE HÄLFTE DER RAMPE, AUF DER WESTSEITE, UND SALZTEN SIE, STIEGEN HINUNTER UND BEGABEN SICH IN DIE QUADERHALLE, UM DAS ŠEMA͑ ZU LESEN.
4GEMARA. Es wird gelehrt: Den Vorderfuß mit dem Hinterfuße, wie beim Binden Jiçḥaqs, des Sohnes Abrahams.
5MAN BAND DAS LAMM NICHT. Aus welchem Grunde? R. Hona und R. Ḥisda [erklärten es]; einer erklärte, wegen der Entwürdigung des Heiligen, und einer erklärte, weil dies ein Brauch der Minäer ist. –
6Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn man es mit einer Seidenschnur oder mit einer goldenen Fessel bindet.
7Dort haben wir gelernt: Dreizehn Tische waren im Tempel; acht aus Marmor im Schlachtraume, auf denen man das Geweide spülte;
8zwei auf der Westseite der Rampe, einer aus Marmor und einer aus Silber, auf den marmornen legte man die Opferglieder und auf den silbernen die Dienstgeräte;
9zwei in der Vorhalle, innen an der Tür des Hauses, einer aus Silber und einer aus Gold, auf den silbernen setzte man das Schaubrot ab beim Hineingehen und auf den goldenen beim Herauskommen,
10denn beim Heiligen hat es aufsteigend zu erfolgen und nicht absteigend; und einer aus Gold innerhalb, auf dem das Schaubrot dauernd lag. –
11Merke, wo Reichtum, gibt es ja keine Ärmlichkeit, weshalb machte man jene aus Marmor, sollte man sie doch aus Silber machen, sollte man sie doch aus Gold machen!? R. Ḥenana erwiderte im Namen R. Asis, und R. Asi im Namen des R. Šemuél b. Jiçḥaq: Weil es wärmt.
12DAS DES MORGENS &C. WURDE AN DER NORDÖSTLICHEN ECKE GESCHLACHTET. Woher dies? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt: zwei am Tage, gegenüber dem Tage.
13Desgleichen wird gelehrt: Zwei am Tage, gegenüber dem Tage, vielleicht ist dem nicht so, sondern eine Pflicht des Tages!? Wenn es heißt:das eine Lamm sollst du morgens herrichten und das andere Lamm sollst du gegen Abend herrichten, so wird ja schon von der Tagespflicht gesprochen, und wenn es noch heißt: zwei am Tage, so heißt dies gegenüber dem Tage.
14Auf welche Weise? Das beständige Opfer des Morgens wurde an der nordwestlichen Ecke am zweiten Ringe geschlachtet und das des Abends wurde an der nordöstlichen Ecke am zweiten Ringe geschlachtet.
15Zehn Dinge fragte Alexander der Mazedonier die Ältesten des Südens. Er sprach zu ihnen:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.