Temura — Blatt 16b

1Ist es denn hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichenzu folgern!? – R. Šimo͑n folgert dies hinsichtlich aller aus einer Stelle.

2Reš Laqiš erwiderte: Über vier von ihnen ist esihnen überliefert worden, und sie brachten es auf fünf. Wenn man sagen wollte, auch das einer Gemeinde, so kommen sieja bei einer Gemeinde nicht vor. Vielmehr muß man notgezwungen hinsichtlich dessen, von dem man es nicht weiß, von dem folgern, hinsichtlich dessen man es weiß.

3R. Nathan sagte: Über eines war es ihnen überliefert worden, und sie brachten es auf fünf. –

4Sollte man doch sehen, zu welcher Klasse das ihnen überlieferte gehörte, ob zu denen eines Privaten oder zu denen einer Gemeinde!?

5Sie hatten beidesvergessen, und es war ihnen fraglich:

6wenn man sagen wollte, zu denen einer Gemeinde, so kommen ja diese bei einer Gemeinde nicht vor. Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß man hinsichtlich dessen, von dem man es nicht weiß, von dem folgere, von dem man es weiß; wie es bei dem, von dem man es weiß, nur von dem eines Privaten gilt und nicht von dem einer Gemeinde, ebenso gilt dies bei dem, von dem man es nicht weiß, nur von dem eines Privaten und nicht von dem einer Gemeinde.

7STRENGER IST ES BEIM GEHEILIGTENALS BEIM EINGETAUSCHTEN, UND STRENGER IST ES BEIM EINGETAUSCHTEN ALS BEIM GEHEILIGTEN. STRENGER IST ES BEIM GEHEILIGTEN ALS BEIM EINGETAUSCHTEN, DENN DAS GEHEILIGTE KANN UMGETAUSCHT WERDEN, DAS EINGETAUSCHTE ABER KANN NICHT UMGETAUSCHT WERDEN; DIE GEMEINDE UND GESELLSCHAFTER KÖNNEN HEILIGEN, ABER NICHT UMTAUSCHEN; MAN KANN UNGEBORENE [TIERE] UND EINZELNE GLIEDER HEILIGEN, NICHT ABER UMTAUSCHEN.

8STRENGER IST ES BEIM EINGETAUSCHTEN ALS BEIM GEHEILIGTEN, DENN DIE HEILIGKEITERFASST AUCH DAS MIT EINEM DAUERNDEN LEIBESFEHLER BEHAFTETE UND ES WIRDNICHT PROFAN

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.