Temura — Blatt 17b
1Šemuél kann dir erwidern: Vielleicht ist auch dieser Autor der Ansicht, wenn es selbst nicht tauglich ist, werde es nicht körperlich von der Heiligkeit erfaßt.
2BEI FOLGENDEN OPFERTIEREN GLEICHEN DAS JUNGE UND DAS EINGETAUSCHTE IHNEN SELBST; DAS JUNGE DES HEILSOPFERS UND SEIN EINGETAUSCHTES, IHR JUNGES UND DAS JUNGE IHRES JUNGEN, BIS ANS ENDE DER WELT, GELTEN ALS HEILSOPFER UND BENÖTIGEN DES STÜTZENS, DES GUSSOPFERS UND DES SCHWINGENS VON BRUST UND SCHENKEL.
3GEMARA. Wenn er es schon vom Jungen und dem Jungen des Jungen lehrt, wozu heißt es weiter: bis ans Ende der Welt!? – Unser Autor hörte R. Elie͑zer sagen, das Junge eines Heilsopfers sei nicht als Heilsopfer darzubringen, da sprach unser Autor zu ihm: nicht nur daß ich dir hinsichtlich des Jungen nicht beipflichte, ich pflichte dir nicht bei sogar bis ans Ende der Welt. –
4Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Männlich, dies schließt das Junge ein.
5Es wäre durch einen Schluß zu folgern: wenn das Eingetauschte, das kein Erzeugnis des Geheiligten ist, darzubringen ist, um wieviel mehr ist das Junge darzubringen, das ein Erzeugnis des Geheiligten ist.
6[Aber es ist zu erwidern:] wohl gilt dies vom Eingetauschten, das bei allen Opfern vorkommen kann, während das Junge nicht bei allen Opfern vorkommen kann, und da es nicht bei allen Opfern vorkommen kann, ist es nicht darzubringen. Daher heißt es männlich, um das Junge einzuschließen.Weiblich, dies schließt das Eingetauschte ein.
7Ich weiß dies nur vom Eingetauschten des Fehlerfreien und vom Jungen des Fehlerfreien, woher dies vom Jungen des Fehlerbehafteten und vom Eingetauschten des Fehlerbehafteten? Es heißt: wenn männlich, dies schließt das Junge des Fehlerbehafteten ein; wenn weiblich, dies schließt das Eingetauschte des Fehlerbehafteten ein.
8R. Saphra sprach zu Abajje: Vielleicht umgekehrt!? – Es ist einleuchtend, daß aus der Stelle, aus der das Eingetauschte des Fehlerfreien eingeschlossen wird, auch das Eingetauschte des Fehlerbehafteten einzuschließen ist.
9Jener entgegnete: Sagte ich etwa, daß man [die Worte] wenn männlich und wenn weiblich vertausche, ich spreche vom ganzen Schriftverse: vielleicht schließt [das Wort] männlich das Eingetauschte ein und [das Wort] weiblich das Junge!? Dieser erwiderte: [Das Wort] ‘Junges’ ist männlich und [das Wort] ‘Umgetauschtes’ ist weiblich. –
10In welcher Hinsicht? Šemuél erwiderte: Hinsichtlich der Darbringung, nach R. Elea͑zar.
11Man könnte glauben, K. Elea͑zar sage es nur vom Brandopfer, weil die Mutter den Namen des Brandopfers trägt, diese Jungenaber seien nicht darzubringen, so lehrt er uns.
12Bar Pada erwiderte: Hinsichtlich des Weidenlassens, nach aller Ansicht. Es wurde auch gelehrt: Raba sagte, hinsichtlich der Darbringung, nach R. Elea͑zar, und R. Papa sagte, hinsichtlich des Weidenlassens, nach aller Ansicht.
13Folgender Autor aber entnimmt dies hieraus:Nur dein Geheiligtes,
14das sind die Eingetauschten;die du haben wirst, das sind die Jungen. Sollst du nehmen und damit kommen;
15man könnte glauben, man bringe sie in den Tempel und gebe ihnen kein Wasser und keine Nahrung, damit sie verenden sollen, so heißt es:du sollst deine Brandopfer herrichten, das Fleisch und das Blut. Wie du mit dem Brandopfer verfährst, verfahre auch mit dem Eingetauschten; wie du mit dem Heilsopfer verfährst, verfahre auch mit dem Jungen des Heilsopfers und dem Eingetauschten.
16Man könnte glauben, dies gelte von allen Opfertieren, so heißt es nur – so R. Jišma͑él. R. A͑qiba sagt, dies sei nicht nötig; es heißt:es ist ein Schuldopfer (in Schuld dem Herrn verschuldet,) dieses ist darzubringen, nicht aber ist sein Eingetauschtes darzubringen.
17Der Meister sagte: Sollst du nehmen und damit kommen; man könnte glauben, man bringe sie in den Tempel.
18Woher wäre dies denn zu entnehmen, esist ja nur von den fünf Sündopfern überliefert, somit sind ja jene darzubringen!? –
19Man könnte glauben, die fünf Sündopfer lasse man überallverenden, jene aber lasse man im Tempel verenden, so lehrt er uns.
20Der Meister sagte: Man könnte glauben, dies gelte von allen Opfertieren, so heißt es nur (dein Geheiligtes). Von wessen Jungen: wenn eines Brandopfers, so ist ja ein solches nur ein Männchen und nicht geburtsfähig, wenn eines Sündopfers, so ist es ja überliefert, daß man es verenden lasse,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.