Gnädig bist du, wenn du
1Gnädig bist du, wenn du
Nicht verwehrst dem armen Harut,
Daß er nach Verlangen
Schau ins Auge seinem Marut.
2Von der Liebe Leiden –
Bin ich überhäuft wie Harut,
Wollte Gott, ich hätte
Nie gesehen meinen Marut!
3In des Kinnes Grübchen
Wäre nicht gefallen Harut,
Hätte nicht entlehnet
Deiner Schönheit Schatten Marut.
4Rosen blühn, ihr Peris
Kommet auf die Fluren Haruts,
Nachtigallen singen,
Trunken von dem Auge Maruts.
5Qual und Leiden
Kostet mich die lange Trennung,
Zeig' dich gnädig, daß einst
Auch Hafis dein Antlitz sehe!
Text: „Aus dem Diwan des Hafis", übertragen von Josef von Hammer-Purgstall († 1856) und Friedrich Rückert († 1866), gemeinfrei. Digitale Quelle: Projekt Gutenberg-DE.