Arachin — Blatt 24b
1Rabh aber ist der Ansicht, immerhin gelangt es nicht zurück zum Eigentümer; es gelangt zu den Priestern, und die Priester erhalten es vom Tische des Höchsten. —
2Was ist der Grund Rabhs? — Die Schrift sagt: und wenn vom Jobeljahre ab, das Jobeljahr ist einbegriffen. —
3Und Šemuél!? — Heißt es etwa: wenn im Jobeljahre, es heißt ja: wenn vom Jobeljahre, vom Jahre nach dem Jobeljahre ab. —
4Erklärlich ist es nach Rabh, daß es heißt: wenn vom Jobeljahre, und: wenn nach dem Jobeljahre, was aber heißt nach Šemuél: wenn nach dem Jobeljahre!? — Nach nach. —
5Man wandte ein: Man heilige sowohl vor dem Jobeljahre als auch nach dem Jobeljahre, im Jobeljahre selber aber heilige man nicht; hat man geheiligt, so ist die Heiligung ungültig!? — Rabh kann dir erwidern: es erfolgt keine Heiligung mit einem Abzuge, wohl aber ist es heilig, und er zahle fünfzig [Šeqel]. —
6Demnach ist es vor dem Jobeljahre heilig und mit einem Abzuge auszulösen, dagegen sagen ja Rabh und Šemuél beide, man könne nicht unter zwei Jahren heiligen und mit einem Abzuge auslösen!? —
7Rabh kann dir erwidern: hier ist die Ansicht der Rabbanan vertreten, während ich der Ansicht Rabbis bin; dieser sagt: ersten, und der erste ist einbegriffen, siebenten, und der siebente ist einbegriffen, ebenso auch hierbei: im [Jobeljahre], und das Jobeljahr ist einbegriffen. —
8Welches Bewenden hat es, wenn Rabbi so auslegt, mit dem Pondion!?
9Wolltest du erwidern, er halte nichts davon, so wird ja gelehrt: [Über den Fall], wenn er [das Feld] zwei oder drei Jahre vor dem Jobeljahre geheiligt hat, sagte Rabbi: Ich sage, er müsse einen Sela͑ und ein Pondion zahlen!? — Rabbi ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, das fünfzigste Jahr werde nach oben und nach unten gezählt. —
10Nach Šemuél muß man also sagen, Rabbi sei der Ansicht der Rabbanan, denn wenn der des R. Jehuda, müßte es ja heißen: einen Sela͑ und zwei Pondion. Nach Šemuél ist Rabbi also notgedrungen der Ansicht der Rabbanan. —
11Komm und höre: Und man löse nicht aus weniger als ein Jahr nach dem Jobeljahre. Erklärlich ist es nach Šemuél, daß man nicht weniger als ein Jahr nach dem Jobeljahre auslöse, wieso aber nach Rabh [nicht weniger] als ein Jahr nach dem Jobeljahre!? —
12Du glaubst wohl, ‘nach dem Jobeljahre’ sei wörtlich zu verstehen, ‘nach dem Jobeljahre’ heißt
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.