Arachin — Blatt 26a
1vom Heiligen für den Tempelreparaturfonds, nicht aber folgere man hinsichtlich des Heiligen für den Tempelreparaturfonds vom Heiligen für den Altar. —
2Sollte doch auch R. Šimo͑n es von der Heiligung eines Hauses folgern!? — Man folgere hinsichtlich einer Sache, die ein Geschenk an die Priester ist, von einer Sache, die ein Geschenk an die Priester ist, nicht aber folgere man hinsichtlich einer Sache, die ein Geschenk an die Priester ist, von einer Sache, die kein Geschenk an die Priester ist.
3R. ELIE͑ZER SAGT, WEDER NEHMEN SIE ES IN BESITZ NOCH ZAHLEN SIE ETWAS &C.
4Rabba sagte: Was ist der Grund R. Elie͑zers? Die Schrift sagt: wenn er das Feld nicht auslöst, so kann es nicht mehr ausgelöst werden; oder wenn er das Feld verkauft, so soll das Feld, wenn es im Jobeljahre ausgeht.
5Abajje sprach: Ein scharfes Messer zerschneidet die Schriftverse! Vielmehr, sagte Abajje, ist der Grund R. Elie͑zers, wie gelehrt wird: Es kann nicht ausgelöst werden; man könnte glauben, nicht ausgelöst, nicht einmal als gekauftes Feld zu gelten, so heißt es mehr, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um wie ein gekauftes Feld zu sein.
6Wann: wollte man sagen, im ersten Jobeljahre, wieso kann es nicht ausgelöst werden, es bleibt ja sogar Erbbesitzfeld; doch wohl im nächsten Jobeljahre.
7Nach wessen Ansicht: wollte man sagen, nach R. Jehuda und R. Šimo͑n, so gelangt es ja an die Priester, doch wohl nach R. Elie͑zer. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß dies der Grund R. Elie͑zers ist. —
8Glaubst du: wofür verwenden demnach R. Jehuda und R. Šimo͑n [das Wort] mehr? Vielmehr wird hier von einem Felde gesprochen, das den Priestern zugefallen war; wenn der Priester es geheiligt hat und der Eigentümer es auslösen will.
9Man könnte glauben, es könne nicht ausgelöst werden, nicht einmal als gekauftes Feld zu gelten, so heißt es mehr, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um als gekauftes Feld zu gelten.
10Es wird auch gelehrt: Im Jobeljahre soll das Feld zu dem zurückkehren, von dem er es gekauft hat; man könnte glauben, es kehre zum Schatzmeister zurück, von dem er es gekauft hat, so heißt es: dessen der Erbbesitz des Landes ist.
11Es sollte doch nur heißen: dessen der Erbbesitz des Landes ist, wozu heißt es noch: von dem er es gekauft hat? Wenn das Feld den Priestern zugefallen war und der Priester es verkauft hat, worauf der Käufer es geheiligt hat, und darauf ein andrer es ausgelöst hat. Man könnte glauben, es kehre zum ersten Eigentümer zurück, so heißt es: von dem er es gekauft hat.
12Und sowohl [die Worte:] es kann nicht ausgelöst werden, als auch [die Worte:] von dem er es gekauft hat, sind nötig.
13Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: es kann nicht ausgelöst werden, so könnte man glauben, wenn es überhaupt nicht zurückkehrt, hierbei aber, wo es zurückkehrt, kehre es zum Eigentümer zurück; daher schrieb der Allbarmherzige: von dem er es gekauft hat.
14Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: von dem er es gekauft hat, so könnte man glauben, wenn der Eigentümer nicht das Geld zahlt, hierbei aber, wo der Eigentümer das Geld zahlt, bleibe es in seinem Besitze; daher schrieb der Allbarmherzige: es kann nicht ausgelöst werden.
15Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: es kann nicht ausgelöst werden, nicht aber mehr, so könnte man glauben, es könne überhaupt nicht ausgelöst werden; daher schrieb der Allbarmherzige mehr, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um als gekauftes Feld zu gelten. —
16Wie bleibt es damit? Raba erwiderte: Die Schrift sagt: so soll das Feld sein, wenn es im Jubeljahre ausgeht, wenn es aus dem Besitze eines anderen ausseht.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.