Avoda Sara — Blatt 11b
1wenn man seine Hufe unterhalb des Schenkels ablöst!? R. Papa erklärte: Dies gilt von einem Rinde, das den Wagen zieht.
2FÜR DEN TAG SEINER BARTSCHUR. Sie fragten: Wie meint er es: den Tag seiner Bartschur und des Stehenlassens des Schopfes, oder aber: den Tag seiner Bartschur und der Abnahme des Schopfes? — Komm und höre, beides wird gelehrt: der Tag seiner Bartschur und des Stehenlassens des Schopfes, und: der Tag seiner Bartschur und der Abnahme des Schopfes.
3R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Noch ein [Fest] haben sie in Rom. Einmal in siebzig Jahren holen sie einen gebrechenfreien Menschen und lassen ihn auf einem lahmen reiten; man legt ihm die Gewänder Adam des Urmenschen an, setzt ihm den Skalp R. Jišma͑éls auf
4und hängt ihm feines Gold im Gewichte eines Zuz’ an. Die Straßen werden mit Edelsteinen ausgelegt und man ruft vor ihm aus: Sak kiri flstr, [das heißt:] der Bruder des Herrn ist ein Fälscher. Wer es gesehen hat, hat esgesehen, wer es aber nicht gesehen hat, wird es nicht mehr sehen. Was nützt dem Betrüger sein Betrug und dem Fälscher seine Fälschung. Sie schließen wie folgt: Wehe dem einen, wenn der andere sich erheben wird.
5R. Aši sagte: Ihr eigener Mund ließ die Ruchlosen straucheln; würden sie sagen: ein Fälscher ist der Bruder des Herrn, so würde dies so zu verstehen sein, da sie aber sagen: des Herrn ist ein Fälscher, so ist dies zu verstehen, der Herr selber sei ein Fälscher. —
6Weshalb zählt unser Autor dieses Fest nicht mit? — Was in jedem Jahre stattfindet, zählt er mit, was nicht in jedem Jahre stattfindet, zählt er nicht mit. —
7Das sind die der Römer, welche sind die der Perser? — Mutardi, Ṭurisqi, Muharneqi und Muharin. — Das sind die der Perser und der Römer, welche sind die der Babylonier? — Muharneqi, Aqnita, Bahnuni und der zehnte Adar.
8R. Ḥanan b. R. Ḥisda sagte im Namen Rabhs, manche sagen, R. Ḥanan b. Raba im Namen Rabhs: Es gibt fünf permanente Götzentempel: der Beltempel in Babylon, der Nebotempel in Borsippa, der des Atergatis in Hierapolis, der des Serapis in Asqelon und der des Adlers in Arabia. Als R. Dimi kam, fügte er noch hinzu: Jerud in E͑n Bekhi und Nedbakha in A͑kko. Manche sagen: Netbara in A͑kko. R. Dimi aus Nehardea͑ lehrte es umgekehrt: Jarud in A͑kko und Nedbakha in E͑n Bekhi.
9R. Ḥanan b. R. Ḥisda sprach zu R. Ḥisda: Was heißt: permanente? Dieser erwiderte. Der Vater deiner Mutter erklärte es wie folgt: sie bestehen seit ewig, und man betet da an während des ganzen Jahres.
10Šemuél sagte: In der Diaspora ist es nur am Festtage selbst verboten. — Ist es denn selbst am Festtage verboten, R. Jehuda erlaubte ja R. Beruna an einem Feste der Araber, Wein zu verkaufen, und R. Gidel, Weizen zu verkaufen!? — Anders sind die Feste der Araber, diese sind nicht festgesetzt.
11IST EIN GÖTZENFEST INNERHALB DER STADT, SO IST ES AUSSERHALB ERLAUBT; IST EIN GÖTZENFEST AUSSERHALB, SO IST ES INNERHALB ERLAUBT. DARF MAN DA HINGEHEN? FÜHRT DER WEG NUR NACH DIESEM ORTE, SO IST ES VERBOTEN, WENN ER ABER AUCH NACH EINEM ANDEREN FÜHRT, SO IST ES ERLAUBT.
12GEMARA. Was heißt außerhalb? R. Šimo͑n b. Laqiš erwiderte im Namen R. Ḥaninas: Wie beispielsweise der Markt von A͑za. Manche lesen: R. Šimo͑n b. Laqiš fragte R. Ḥanina: Wie verhält es sich mit dem Markt von A͑za? Dieser erwiderte: Bist du denn nie im Leben nach Çor gegangen, und hast du nie gesehen, wie Jisraélit und Nichtjude zusammen
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.