Avoda Sara — Blatt 19b
1damit man nicht verschiedene Ausdrücke zu behalten habe. An Wasserläufen. R. Tanḥum b. Ḥanilaj sagte: Man teile seine Jahre in drei Teile: ein Drittel [befasse man sich] mit der Schrift, ein Drittel mit der Mišna und ein Drittel mit dem Talmud. —
2Weiß denn ein Mensch, wie lange er leben wird? — Wir meinen die [einzelnen] Tage.
3Der seine Frucht zu seiner Zeit bringt. Raba erklärte: Wenn er seine Frucht zu seiner Zeit bringt, dann: und seine Blätter welken nicht, wenn aber nicht, so spricht die Schrift über den Lernenden und den Lehrer: nicht so die Gottlosen, sondern &c.
4R. Abba sagte im Namen R. Honas im Namen Rabhs: Es heißt: denn viel sind der Erschlagenen, die sie gefällt hat, das ist ein Jünger, der ohne für die Entscheidung mündig zu sein, Entscheidungen trifft; und zahlreich ihre Hingemordeten, das ist ein Jünger, der für die Entscheidung mündig ist, und keine Entscheidungen trifft. —
5Mit wieviel? — Mit vierzig Jahren. — Aber Raba traf ja Entscheidungen!? — Weil sie ihm gleich waren.
6Und seine Blätter welken nicht. R. Aḥa b. Ada sagte im Namen Rabhs, manche lesen: R. Aḥa b. Abba sagte im Namen R. Hamnunas im Namen Rabhs: Selbst das profane Gespräch der Schriftgelehrten muß gelernt werden, denn es heißt: und seine Blätter welken nicht.
7Und alles, was er tut, glückt ihm. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Diese Sache steht geschrieben in der Tora, ist wiederholt in den Propheten und verdreifacht in den Hagiographen, daß nämlich dem, der sich mit der Tora befaßt, alles glücke. Geschrieben in der Tora, denn es heißt: ihr sollt beobachten die Worte dieses Bundes und sie ausüben, damit euch alles glücke, was ihr tut.
8Wiederholt in den Propheten, denn es heißt: es soll dieses Buch der Tora niemals aus deinem Munde weichen, du sollst darüber Tag und Nacht nachsinnen, damit du bedacht bist, alles zu halten, was darin steht; denn dann wirst du Glück haben auf allen deinen Wegen. Und verdreifacht in den Hagiographen, denn es heißt: sondern an der Tora des Herrn seine Lust hat, und über seine Tora Tag und Nacht nachsinnt; er ist wie ein an Wasserläufen gesetzter Baum, der seine Frucht zu seiner Zeit bringt und dessen Blätter nicht verwelken, und alles, was er tut, glückt ihm.
9R. Alexandri ließ ausrufen: Wer wünscht Leben, wer wünscht Leben? Da versammelte sich die ganze Welt und kam zu ihm, indem sie sprachen: Gib uns Leben. Da sprach er zu ihnen: Wer ist der Mann, der Leben begehrt &c. wahre deine Zunge vor Bösem &c. halte dich fern von Bösem und tue Gutes &c.
10Vielleicht sagt jemand, ich habe meine Zunge vor Bösem gewahrt und meine Lippen vor trügerischer Rede, ich will mich nun dem Schlafe hingeben, so heißt es: halte dich fern von Bösem und tue Gutes, und unter ‘Gutes’ ist die Tora zu verstehen, denn es heißt: denn eine gute Lehre gab ich euch, laßt meine Tora nicht außer acht.
11GELANGT MAN AN DIE NISCHE, WO DAS GÖTZENBILD AUFGESTELLT WIRD. R. Elea͑zar sagte im Namen R. Joḥanans: Hat man gebaut, so ist der Lohn erlaubt. — Selbstverständlich, es sind ja nur Dienstgeräte eines Götzen, und Dienstgeräte eines Götzen sind ja sowohl nach R. Jišma͑él als auch nach R. A͑qiba erst dann verboten, wenn sie verwendet worden sind?
12R. Jirmeja erwiderte: Dies bezieht sich auf den Götzen selbst. — Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, der Götze eines Jisraéliten sei sofort verboten, und der eines Nichtjuden, erst wenn er verehrt worden ist, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, auch der eines Nichtjuden sei sofort verboten!?
13Vielmehr, erklärte Rabba b. U͑la, dies bezieht sich auf den letzten Hammerschlag; zum Götzen wird er erst mit der Vollendung der Arbeit, die Vollendung der Arbeit erfolgt mit dem letzten Hammerschlage, und der letzte Hammerschlag ist keine Peruṭa wert.
14Er ist also der Ansicht, der Arbeitslohn sei vom Beginne bis zur Beendigung fällig.
15MAN DARF FÜR GÖTZEN KEINE SCHMUCKSACHEN FERTIGEN, HALSKETTEN, NASENRINGE UND FINGERRINGE; R. ELIE͑ZER SAGT, GEGEN BELOHNUNG SEI DIES ERLAUBT. MAN DARF IHNEN NICHTS AM BODEN HAFTENDES VERKAUFEN, WOHL ABER DARF MAN IHNEN VERKAUFEN, WENN ES ABGEHAUEN IST. R. JEHUDA SAGT, MAN DÜRFE IHNEN VERKAUFEN UNTER DER BEDINGUNG, ES ABZUHAUEN.
16GEMARA. Woher dies? R. Jose b. Ḥanina erwiderte:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.