Avoda Sara — Blatt 22a

1R. Šimo͑n b. Elea͑zar hält nichts von der Teilpacht. — Einem Nichtjuden darf man es deshalb, weil er gehorcht, wenn man ihm sagt, demnach sollte man auch von einem Samaritaner annehmen, er gehorche, wenn man ihm sagt!? — Ein Samaritaner gehorcht nicht, denn er sagt: ich weiß es besser als du. —

2Wozu wird demnach begründet: weil es seinen Namen trägt, es sollte doch schon deshalb verboten sein, weil es heißt: vor einen Blinden sollst da kein Hindernis legen!? — Außer diesem nennt er noch einen Grund: erstens darf man vor einen Blinden kein Hindernis legen, und zweitens trägt es seinen Namen.

3Einst waren zwei Safranpflanzer, der Nichtjude arbeitete am Šabbath, und der Jisraélit arbeitete am Sonntag, und als sie vor Raba kamen, erlaubte er dies.

4Rabina wandte gegen Raba ein: Wenn ein Jisraélit und ein Nichtjude zusammen ein Feld gepachtet haben, so darf der Jisraélit nicht zum Nichtjuden sagen: arbeite du deinen Teil am Šabbath und ich werde meinen Teil an einem Wochentag arbeiten; hatten sie dies vorher vereinbart, so ist es erlaubt.

5Kommen sie zur Abrechnung, so ist es verboten. Da schämte er sich. Später stellte es sich heraus, daß sie es vorher vereinbart hatten.

6R. Gebiha aus Be Kethil erzählte, da handelte es sich um Pflanzungen von Ungeweihtem; der Nichtjude aß das Ungeweihte und der Jisraélit aß das Erlaubte, und als sie vor Raba kamen, erlaubte er es. —

7Rabina erhob ja aber gegen Raba einen Einwand!? — Er brachte für ihn eine Stütze. — Er schämte sich ja!? — Dies ist nie geschehen.

8Sie fragten: Wie ist es, wenn sie darüber nichts sprechen? — Komm und höre: Haben sie es vorher vereinbart, so ist es erlaubt, demnach ist es verboten, wenn sie nichts vereinbart haben. —

9Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Kommen sie zur Abrechnung, so ist es verboten. Demnach ist es erlaubt, wenn sie nichts vereinbart haben!? — Hieraus ist vielmehr nichts zu entnehmen.

10MAN DARF KEIN VIEH IN EIN WIRTSHAUS VON NICHTJUDEN EINSTELLEN, WEIL SIE DER BESTIALITÄT VERDÄCHTIG SIND. EINE FRAU DARF MIT IHNEN NICHT ALLEIN SEIN, WEIL SIE DER UNZUCHT VERDÄCHTIG SIND: AUCH SONST EIN MENSCH DARF NICHT MIT IHNEN ALLEIN SEIN, WEIL SIE DES BLUTVERGIESSENS VERDÄCHTIG SIND.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.