Avoda Sara — Blatt 24a

1bei einem Gewinne von sechzig Myriaden; die Schlüssel lagen aber unter dem Kopfkissen seines Vaters, und er weckte ihn nicht!? —

2‘Šohamsteine’ unterbricht den Zusammenhang. — Es heißt ja aber: und Einfassungssteine, und dies verbindet ihn ja!?

3Ferner heißt es weiter: Im folgenden Jahre wurde ihm in seiner Herde eine rote Kuh geboren. Als die Weisen Jisraéls zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ich weiß wohl, selbst wenn ich von euch alles Geld der Welt verlangen würde, würdet ihr es mir geben, ich verlange von euch jedoch nur den Betrag, den ich meines Vaters wegen verloren habe!? —

4Sie kauften sie durch Vermittlung jisraélitischer Kaufleute. —

5Berücksichtigt etwa R. Elie͑zer nicht die Bestialität,

6es wird ja gelehrt: Sie wandten gegen R. Elie͑zer ein: Einst kaufte man sie ja von einem Nichtjuden, namens Dama, manche sagen, namens Remeç, und er erwiderte ihnen, aus diesem Falle sei nichts zu entnehmen, denn Jisraéliten bewachten sie seit der Stunde ihrer Geburt!? — R. Elie͑zer berücksichtigt beides; erstens heißt es bei dieser nehmen, und zweitens befürchtet er Bestialität.

7Der Meister sagte: Jisraéliten bewachten sie seit der Stunde ihrer Geburt. Sollte man doch befürchten, an ihrer Mutter könnte nach ihrer Schwängerung Bestialität begangen worden sein!? Sagte ja auch Raba, das Junge [einer Kuh], die [einen Menschen] niedergestoßen hat, sei verboten, weil sie samt dem Jungen gestoßen hat, und das Junge [einer Kuh], an der Bestialität begangen worden ist, sei verboten, weil die Bestialität an ihr samt dem Jungen begangen worden ist!? — Sage: Jisraéliten bewachten sie seit der Stunde ihrer Schöpfung. —

8Sollte man doch befürchten, es könnte vorher an der Mutter Bestialität begangen worden sein, und wir haben gelernt, die Jungen aller für den Altar untauglichen Tiere seien erlaubt, und hierzu wird gelehrt, nach R. Elie͑zer seien sie verboten!?

9Richtig ist es allerdings nach Raba, denn Raba sagte im Namen R. Naḥmans, der Streit bestehe nur über den Fall, wenn die Bestialität an ihnen nach ihrer Heiligung begangen worden ist, während sie nach aller Ansicht erlaubt sind, wenn dies, als sie noch profan waren, erfolgt ist,

10wie ist es aber nach R. Hona b. Ḥenana zu erklären, der im Namen R. Naḥmans sagte, der Streit bestehe nur über den Fall, wenn die Bestialität an ihnen, als sie noch profan waren, begangen worden ist, während sie nach aller Ansicht verboten sind, wenn dies, als sie schon geheiligt waren, erfolgt ist!? —

11Sage: Jisraéliten bewachten die Mutter seit der Stunde ihrer Schöpfung. — Sollte man doch befürchten, es könnte an der Mutter ihrer Mutter Bestialität begangen worden sein!? — So weit geht unsere Befürchtung nicht.

12Der Meister sagte: Jisraéliten bewachten sie seit der Stunde ihrer Schöpfung. Woher weiß man dies? R. Kahana erwiderte: Wenn das Männchen sie bespringt, trägt man an ihr einen roten Becher vorüber. —

13Weshalb ist sie demnach so teuer!? — Weil schon zwei [andersfarbige] Haare sie untauglich machen. — Weshalb gerade bei dieser? R. Kahana erwiderte: Wenn sie als solche bekannt ist.

14R. Ami und R. Jiçḥaq der Schmied saßen vor der Tür R. Jiçḥaqs des Schmiedes. Da begann der eine von ihnen und rezitierte: Ebenso sind sie nach R. Elie͑zer untauglich für jedes andere Opfer.

15Hierauf begann der andere und rezitierte: Was erwiderten seine Kollegen dem R. Elie͑zer? Alle Herden Qedars werden sich zu dir versammeln &c. R. Elie͑zer entgegnete ihnen: Das sind die in der zukünftigen Welt sich aufdrängenden Proselyten.

16R. Joseph sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf? Alsdann werde ich den Völkern reine Lippen schaffen &c. Abajje entgegnete: Vielleicht werden sie nur vom Götzendienste zurücktreten!? R. Joseph erwiderte ihm: Es heißt: ihm Schulter an Schulter zu dienen.

17So lehrte es R. Papa; R. Zebid aber lehrte es wie folgt: Beide rezitierten sie: Ebenso sind sie nach R. Elie͑zer untauglich für jedes andere Opfer. Hierauf rezitierten beide: Was erwiderten seine Kollegen dem R. Elie͑zer? Alle Herden Qedars werden sich zu dir versammeln &c. R. Elie͑zer entgegnete ihnen: Das sind die in der zukünftigen Welt sich aufdrängenden Proselyten.

18Welcher Schriftvers deutet hierauf? Alsdann werde ich allen Völkern reine Lippen schaffen, daß sie alle den Namen des Herrn anrufen werden. R. Joseph wandte ein: Vielleicht werden sie nur vom Götzendienste zurücktreten!? Abajje erwiderte ihm: Es heißt: ihm Schulter an Schulter zu dienen.

19Man wandte ein: Moše sprach: Du selbst mußt uns noch Schlacht- und Opfertiere mitgeben!? — Anders war es vor der Gesetzgebung. —

20Komm und höre: Hierauf ließ Jithro, der Schwiegervater Mošes, Brand- und Schlachtopfer für den Herrn herbeischaffen!? — [Das Ereignis mit] Jithro geschah ebenfalls vor der Gesetzgebung. — Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, [das Ereignis mit] Jithro geschah vor der Gesetzgebung, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.