Avoda Sara — Blatt 24b

1[das Ereignis mit] Jithro geschah nach der Gesetzgebung!? — Vielmehr, Jithro kaufte sie von Jisraéliten. —

2Komm und höre: Šaúl antwortete: Von den A͑maleqitern haben sie es heimgebracht, weil das Volk das Beste der Schafe und Rinder, die feisten und gemästeten Tiere, und überhaupt das ganze Schaf verschont hat, um sie dem Herrn, deinem Gott, zu opfern!? — Unter ‘Beste’ ist der Erlös für das Beste zu verstehen. —

3Weshalb gerade das Beste!? — Damit sich leicht Käufer finden. —

4Komm und höre: Aravna entgegnete dem Könige: Mein Herr und König wolle nehmen, was ihm zusagt, und opfern; die Rinder zum Brandopfer und die Dreschschlitten und das Geschirr der Rinder zum Holze!? R. Naḥman erwiderte: Aravna war Beisaßproselyt. —

5Was heißt Dreschschlitten? U͑la erwiderte: Ein Tribulum-Gestell. — Was ist ein Tribulum-Gestell? — Ein runder Dreschbock. R. Joseph sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf? Siehe, ich mache dich zu einer neuen, scharfen Dreschwalze mit vielen Schneiden; du wirst die Berge dreschen und zermalmen und die Hügel der Spreu gleich machen.

6Man wandte ein: Und sie opferten die Kühe als Brandopfer für den Herrn!? — Es war eine Entscheidung pro praesenti.

7Dies ist auch einleuchtend, denn wäre dem nicht so, wieso konnte man ein Weibchen als Brandopfer darbringen. —

8Was ist dies für ein Einwand, vielleicht auf einem Privataltar!? Dies nach R. Ada b. Ahaba, denn R. Ada b. Ahaba sagte: Woher, daß für den Privataltar auch ein Weibchen als Brandopfer tauglich ist? Es heißt: da nahm Šemuél ein Milchlamm und brachte es als Brandopfer dar. —

9Ihn ist ja männlich!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schreibweise ist sie.

10R. Joḥanan erklärte: Es gibt dafür eine Grenze: unter drei Jahren wird es dadurch steril, ein dreijähriges wird nicht mehr steril.

11Man erhob gegen ihn all jeneEinwände, und er erwiderte, jene waren keine drei Jahre alt. — Komm und höre: Und sie opferten die Kühe als Brandopfer für den Herrn!? — Sie waren keine drei Jahre alt.

12R. Hona, Sohn des R. Nathan, wandte ein: Es heißt ja: und ihre Kälber hielten sie zuhause zurück; können denn solche unter drei Jahren zeugen,

13es wird ja gelehrt, wenn die Kuh oder die Eselin nur drei Jahre alt ist, gehöre [die Geburt] entschieden dem Priester, wenn aber mehr, so bestehe darüber ein Zweifel!? — Am richtigsten ist vielmehr unsere frühere Erklärung.

14Die Kühe aber liefen geradeaus in der Richtung nach Beth Šemeš zu &c. Was heißt geradeaus? R. Joḥanan sagte im Namen R. Meírs: Sie sangen ein Loblied. R. Zuṭra b. Ṭobija sagte im Namen Rabhs: Sie richteten ihre Gesichter geradeaus nach der Lade und sangen ein Loblied. —

15Welches Loblied sangen sie? R. Joḥanan sagte im Namen R. Meírs: Damals sang Moše mit den Kindern Jisraél. Und in seinem eigenen Namen sagte R. Joḥanan: Ihr werdet an jenem Tage sprechen: Danket dem Herrn, ruft seinen Namen an.

16R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Den verwaisten Psalm, nämlich: Ein Psalm: Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er hat Wunder getan; es half ihm seine Rechte und sein heiliger Arm. R. Elie͑zer sagte: Der Herr ward König, erzittern müssen die Völker.

17R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Der Herr ward König, mit Hoheit hat er sich angetan. R. Jiçḥaq der Schmied sagte: Juble auf, juble auf, Akazie, erhebe dich in deiner großen Pracht, die du mit goldenem Gewebe umgürtet bist, im Innern des Palastes gepriesen, und mit Schmuck über Schmuck geziert.

18R. Aši bezog das des R. Jiçḥaq auf das folgende: Und wenn die Lade sich in Bewegung setzte, sprach Moše: Erhebe dich, o Herr. Was sprachen die Jisraéliten? Hierzu sagte R. Jiçḥaq: Juble auf, juble auf, Akazie &c.

19Rabh sagte: Wieso nennen die Perser ein Buch debir? Es heißt: und Debir hieß früher die Bücherstadt.

20R. Aši sagte: Wieso nennen die Perser eine Menstruierende dastana? Es heißt: es geht mir nach der Frauen Weise.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.