Avoda Sara — Blatt 25b

1wollte man sagen mit dreien, so ist es ja in einem solchen Falle auch mit ausschweifenden Jisraéliten nicht erlaubt, denn wir haben gelernt, eine Frau dürfe mit zwei Männern allein sein, und hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, dies gelte nur von keuschen, mit ausschweifenden aber sei es verboten, selbst wenn es zehn sind, und einst habe es sich auch ereignet, daß zehn [Personen eine Frau] in einer Bahre hinaustrugen!? —

2In dem Falle, wenn er seine Frau bei sich hat; einen Nichtjuden bewacht seine Frau nicht, einen Jisraéliten bewacht seine Frau wohl. —

3Sollte es doch schon aus dem Grunde [verboten sein], weil sie des Blutvergießens [verdächtig sind]!? R. Jirmeja erwiderte: Hier handelt es sich um eine angesehene Frau, vor der sie sich fürchten. R. Idi erwiderte: Eine Frau hat ihre Waffen bei sich. —

4Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einer Frau, die unter Männern angesehen ist, und unter Frauen nicht angesehen ist.

5Übereinstimmend mit R. Idi b. Abin wird gelehrt: Eine Frau darf, obgleich sie ihre Sicherheit bei sich hat, nicht mit ihnen allein sein, weil sie der Unzucht verdächtig sind.

6AUCH SONST EIN MENSCH DARF NICHT MIT IHNEN ALLEIN SEIN. Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Jisraélit auf dem Wege mit einem Nichtjuden zusammentrifft, so lasse er ihn rechts gehen. R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagt, hat dieser ein Schwert, so lasse er ihn rechts gehen, hat er einen Stock, so lasse er ihn links gehen.

7Gehen sie eine Anhöhe hinauf oder einen Abhang hinunter, so gehe der Jisraélit nicht unten und der Nichtjude oben, vielmehr gehe der Jisraélit oben und der Nichtjude unten. Ferner bücke er sich nicht in seiner Gegenwart, weil er ihm den Schädel spalten kann.

8Fragt er ihn, wo er gehe, so gebe er ihm ein weiteres Reiseziel an, wie es unser Vater Ja͑qob E͑sav gegenüber getan hat, denn es heißt: bis ich zu meinem Herrn nach Sei͑r gelange,

9und es heißt: Ja͑qob aber zog nach Sukkoth,

10Einst gingen die Schüler R. A͑qibas nach Kezib; da gesellten sich Wegelagerer zu ihnen und fragten sie, wohin sie gehen. Jene erwiderten: nach A͑kko. Als sie aber in Kezib angelangt waren, trennten sie sich von ihnen. Hierauf fragten diese sie: Wer seid ihr? Jene erwiderten: Schüler R. A͑qibas. Da sprachen sie: Heil R. A͑qiba und seinen Schülern, denen ein schlechter Mensch niemals etwas zuleide tun kann.

11Einst ging R. Menase nach

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.