Avoda Sara — Blatt 41a

1Rabba sagte: Sie streiten nur über solche, die sich in Dörfern befinden, solche aber, die sich in Großstädten befinden, sind nach aller Ansicht erlaubt, weil sie nur zum Schmucke aufgestellt werden. –

2Gibt es denn jemand, der sagt, daß sie in den Dörfern zum Schmucke aufgestellt werden, da werden sie ja entschieden zum Anbeten aufgestellt!? –

3Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Rabba sagte: Sie streiten nur über solche, die sich in Großstädten befinden, solche aber, die sich in Dörfern befinden, sind nach aller Ansicht verboten.

4DIE WEISEN SAGEN, VERBOTEN SIND NUR &C. Ein Stab bedeutet, er beherrsche die ganze Welt mit einem Stabe. Ein Vogel bedeutet, er halte die ganze Welt in der Hand wie den Vogel. Eine Kugel bedeutet, er halte die ganze Welt in der Hand wie die Kugel.

5Es wird gelehrt: Zu diesen fügten sie noch hinzu Schwert, Krone und Siegelring.

6Vom Schwerte glaubten sie anfangs, es sei nur ein [Symbol des] Straßenräubers, nachher aber sagten sie, dies bedeute, er könne die ganze Welt töten.

7Von der Krone glaubten sie anfangs, diese sei nur ein [Symbol eines] Kranzflechters, nachher aber sagten sie, dies sei eine Hundekrone. Vom Siegelringe glaubten sie anfangs, dieser sei das [Symbol eines] Sieglers, später aber sagten sie, dies bedeute, er besiegle das Todesurteil der ganzen Welt.

8R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT &C. Es wird gelehrt: Selbst eine Erdscholle oder einen Span.

9R. Aši fragte: Wie ist es, wenn er Kot in der Hand hält; ist dies zu deuten: er mißachtet die ganze Welt wie Kot, oder aber: die ganze Welt mißachtet ihn wie Kot? – Dies bleibt unentschieden.

10FINDET MAN BRUCHSTÜCKE VON BILDWERKEN, SO SIND SIE ERLAUBT. FINDET MAN DIE FIGUR EINER HAND ODER EINES FUSSES, SO SIND SIE VERBOTEN, WEIL SOLCHE ANGEBETET WERDEN.

11GEMARA. Šemuél sagte: Sogar Bruchstücke von Götzen. – Wir haben dies ja aber nur von Bruchstücken von Bildwerken gelernt!? –

12Dies gilt auch von Bruchstücken von Götzen, nur lehrt er es deshalb von Bruchstücken von Bildwerken, weil er im Schlußsatz lehren will, wenn man die Figur einer Hand oder eines Fußes findet, seien sie verboten, weil solche angebetet werden. –

13Es wird gelehrt: Findet man die Figur einer Hand oder eines Fußes, so sind sie verboten, weil solche angebetet werden. Weshalb denn,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.