Bava Batra — Blatt 112a

1Woher hattet Jaír, was Segub nicht hatte? Dies lehrt, daß Segub eine Frau geheiratet hatte, die er nach ihrem Tode beerbte. –

2Wozu ist das ‘ferner’ nötig? – Man könnte glauben, die Tora spreche vom Übergange durch den Sohn, der Ehemann aber erbe nicht, so heißt es: es soll nicht der Erbbesitz bei den Kindern Jisraél von Stamm zu Stamm übergehen.

3Man könnte glauben, damit man dieserhalb ein Verbot und ein Gebot über trete, so heißt es: es soll nicht der Erbbesitz von einem Stamme zu einem anderen übergehen.

4Wolltest du sagen, damit man dieserhalb zwei Verbote und ein Gebot übertrete, so heißt es: und als Eleẚzar, der Sohn Ahrons, gestorben war &c.

5Wolltest du sagen, Elea͑zar hatte eine Frau genommen, und als sie starb, beerbte sie Pinḥas, so heißt es: und Segub erzeugte Jaír &c.

6Wolltest du sagen, bei diesem verhalte es sich ebenso, so wären ja nicht zwei Schriftverse nötig.

7R. Papa sprach zu Abajje: Woher dies, tatsächlich, kann ich dir erwidern, erbt der Ehemann nicht, denn die Schriftverse sprechen vom Übergange durch einen Sohn, und Jaír und Pinḥas hatten es gekauft!?

8Dieser erwiderte: Von Pinḥas kannst du nicht erklären, daß er es gekauft hatte, dann das Feld müßte dann im Jobeijahre zurückgekehrt sein, und dieser Fromme wäre dann in einem fremden Grabe bestattet.

9Vielmehr ist einzuwenden, es kann ihm als Banngut zugefallen sein.

10Abajje erwiderte: Aber schließlich geht ja der Erbbesitz vom Stamme der Mutter zum Stamme des Vaters über!? –

11Wieso denn, vielleicht ist es da anders, da er bereits übergegangen ist!? Jener erwiderte: Bereits übergegangen sagen wir nicht.

12R. Jemar sprach zu R. Aši: Was ist denn dabei, wenn du sagst, bereits übergegangen

13sagen wir nicht, daß sie einen vom Stamme ihres Vaters heiratet, die Erbschaft geht ja vom Stamme der Mutter zum Stamme des Vaters über!? –

14Man verheirate sie an einen Mann, dessen Vater vom Stamme ihres Vaters und dessen Mutter vom Stamme ihrer Mutter abstammt. – Wieso heißt es demnach:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.