Bava Batra — Blatt 127a
1Amemar sagte: Er beeinträchtigt auch nicht den Erstgeburtsanteil, denn es heißt:und ihm Söhne gebären, nur wenn er seit der Geburt ein Sohn ist.
2R. Šezbi sagte: Er wird auch nicht am achten [Tage] beschnitten, denn es heißt:wenn eine Frau niederkommt und einen Knaben gebiert &c. und am achten Tage ist seine Vorhaut zu beschneiden, nur wenn er seit der Geburt ein Knabe ist.
3R. Šerebja sagte: Seine Mutter ist auch nicht geburtsunrein, denn es heißt: wenn eine Frau niederkommt und einen Knaben gebiert, so bleibt sie sieben Tage unrein; nur wenn er seit der Geburt ein Knabe ist.
4Man wandte ein: Wenn eine einen Geschlechtslosen oder einen Zwitter abortiert, so muß sie wegen eines Knaben und wegen eines Mädchens [in Unreinheit] verweilen!? Dies ist eine Widerlegung R. Šerebjas. Eine Widerlegung. –
5Ist dies auch eine Widerlegung R. Šezbis? –
6Dem Autor ist dies zweifelhaft, und er entscheidet erschwerend. –
7Demnach sollte er lehren: so muß sie wegen eines Knaben, wegen eines Mädchens und als Menstruierende [in Unreinheit] verweilen!? – Ein Einwand.
8Raba sagte: Übereinstimmend mit R. Ami wird gelehrt: Sohn, nicht aber ein Geschlechtsloser; erstgeborener, nicht aber ein zweifelhafter. –
9Allerdings ist [die Beschränkung:] Sohn, nicht aber ein Geschlechtsloser, nach R. Ami zu erklären, was aber schließt die Beschränkung:] erstgeborener, nicht aber ein zweifelhafter, aus!? –
10Dies schließt das aus, was Raba vortrug, denn Raba trug vor: Wenn zwei Frauen zwei Knaben im Verborgenen geboren haben, so schreibe einer dem anderen eine Vollmacht.
11R. Papa sprach zu Raba: Rabin ließ ja mitteilen: Dies fragte ich all meine Lehrer, und sie sagten mir nichts; aber folgendes sagte man im Namen R. Jannajs: Wenn es vorher bekannt war und sie nachher verwechselt worden sind, so schreibe einer dem anderen eine Vollmacht, wenn es aber überhaupt nicht bekannt war, so kann einer dem anderen keine Vollmacht schreiben.
12Hierauf ließ Raba den Dolmetsch vortreten und trug vor: Das, was ich euch gesagt habe, ist ein Irrtum; im Namen R. Jannajs sagten sie folgendes: Wenn es vorher bekannt war und sie nachher verwechselt worden sind, so schreibe einer dem anderen eine Vollmacht, wenn dies aber überhaupt nicht bekannt war, so kann einer dem anderen keine Vollmacht schreiben.
13Die Leute der Burg Agma sandten an Šemuél folgende Frage: Mag uns der Meister lehren, wie es denn sei, wenn es von einem bekannt war, daß er Erstgeborener sei, und sein Vater von einem anderen sagt, dieser sei Erstgeborener? Er ließ ihnen erwidern:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.